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UNESCO-Welterbe Speicherstadt mit Kontorhausviertel und Chilehaus

2015 wurden die Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit Chilehaus zum UNESCO-Welterbe ernannt. Entdecken Sie digital den Wandel dieses einzigartigen Insel-Stadtgebietes. 

VOR DEM BAU

Abschied vom Dovenfleet

Die Speicherstadt sollte Hamburgs Zukunft als Hafenstandort sichern. Da sie nicht auf der „grünen Wiese“ geplant wurde, mussten um die 20.000 Menschen zwangsumgesiedelt werden.

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BAU DER SPEICHERSTADT

Kaiser Wilhelm und der Schlussstein

Der Kaiser kommt: Alle wollen dabei sein bei der Einweihung der Speicherstadt. Unter dem Jubel der Menge setzt Kaiser Wilhelm den Schlussstein.

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DAS KONTORHAUS- VIERTEL

Am Tag als Albert Ballin starb

Der Reeder Albert Ballin lebte für den wirtschaftlichen Erfolg der Schifffahrt und machte die HAPAG zur größten Linien-Reederei der Welt. Dem Kaiser treu und freundschaftlich verbunden, endete sein Leben tragisch.

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HANDEL UND WARENVERKEHR

Wovor Schauerleuten schauert

Das Entladen von Kohlen, aufgeweichten Datteln und sogar Eingeweiden: Was für ein Knochenjob! In einem Wirtshaus verfluchen Hafenarbeiter ihren Tag.

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UNTER DEM HAKENKREUZ

Das Verhör

Im Jahr 1942: 35 ukrainische Zwangsarbeiter sind in einem provisorischen Gefängnis am Sandtorkai auf engstem Raum interniert. Ein Gestapo-Offizier verhört seine nächsten Gefangenen.

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NACH 1945

Wiederaufbau

1943/44:Im Zweiten Weltkrieg wurden vor allem während der Luftangriffe im Sommer 1943/44 über 50 Prozent der Speicherstadt zerstört. Der anschließende Wiederaufbau konzentrierte sich zunächst auf die Kaianlagen, um den Warenumschlag zu gewährleisten, erst danach wurden die Speicher instand gesetzt.

1946-1967:Die Speicherblöcke A, B, C, J, K, M sowie der östliche Teil von Block O waren fast vollständig ausgebrannt oder vernichtet. Die Blöcke A, B, C und J wurden nicht wieder aufgebaut. An ihrer Stelle befindet sich heute das Hanseatic Trade Centre. Unter dem Architekten Werner Kallmorgen und der Bauleitung der HHLA konnte jedoch der größte Teil der Speicher erhalten und restauriert werden. Beim Wiederaufbau wurden die vorhandenen Holzpfahlgründungen überall wieder verwendet.

1952/53:Unter den neuen Bürohäusern ragen das Freihafenamt Bei St. Annen 2 (1952/53) und Block T am Alten Wandrahm (1967) heraus, deren streng gegliederten Backsteinfassaden beispielhaft sind für Werner Kallmorgens Bestreben, die Hamburger Bautradition mit modernen Mitteln wiederzubeleben.

1960:Bis zur Einführung des Containers in den 1950er Jahren und die darauf zurückführende Umstrukturierung des Hamburger Hafens, waren Quartiersleute und Schiffsausrüster mit ihrer Tätigkeit in der Speicherstadt bestimmend. Die aufwendige Lagerung der Waren ist jedoch teurer und lohnt nicht für Massengüter. Zahlreiche traditionelle Nutzer mussten ihre Unternehmen aufgeben oder verlagern.

1980:Anfang der 1980er Jahre hatte ein erheblicher Strukturwandel die Speicherstadt erfasst. Das Vordringen des Containers revolutionierte den Hafen und die Lagerlogistik, der konventionelle Stückgutverkehr verlor seine Bedeutung. Der wasserseitige Schutentransport, der bereits seit den 60er Jahren kontinuierlich zurückging, kam vollständig zum Erliegen. Traditionelle Lagergüter, wie etwa Kaffee oder Kakao, wurden zunehmend lose in Containern befördert.

1980er Jahre: Die Speicherstadt entwickelt sich zum weltgrößten Lager- und Handelsplatz für Orientteppiche. Die Teppichhändler arbeiten auf ähnliche Weise (Windentechnik) wie die traditionellen Nutzergruppen, ihre Ware an der Straßenseite durch LKWs an- und abgeladen.

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Strukturwandel und Neuorientierung

1988: Der Hamburger Senat beschließt ein Konzept zur Privatisierung der Speicherstadt. Nach einem von den Quartiersleuten unter dem Motto „Hände weg von der Speicherstadt“ initiierten Protest, dem sich die Öffentlichkeit anschließt, gibt der Senat das Vorhaben auf.

1991: 3,3 Hektar an der Kehrwiederspitze werden aus dem Hafengebiet herausgenommen und privatisiert. Das verbleibende Gebiet der Speicherstadt wird als Baudenkmal unter Denkmalschutz gestellt.

1997: Bürgermeister Henning Voscherau präsentiert einer völlig überraschten Öffentlichkeit das vom Architekten Volkwin Marg und vom damaligen HHLA-Vorstandsvorsitzenden Peter Dietrich entwickelte Projekt HafenCity.

1999: Mit der ständigen Ausstellung Hamburg Dungeon eröffnet das erste touristische Angebot in der Speicherstadt. Kurz danach (2000) folgen der Dialog im Dunkeln und das Miniatur Wunderland (2002). Das Miniaturwunderland ist heute das Hamburger Museum mit den meisten Besuchern. (2014: 1,1 Mio.)

2001: Die HHLA entscheidet sich für die Strategie eines beschleunigten, aber behutsamen Strukturwandels in der Speicherstadt.

2002: Das „Rathaus der Speicherstadt“, Sitz der HHLA, wird unter Federführung des renommierten Büros gmp komplett saniert und umgebaut.

2003: Am 1. Januar, 0.00 Uhr, wird die Speicherstadt aus dem Freihafenstatus entlassen. Seither entwickelt und realisiert HHLA Immobilien moderne Nutzungskonzepte für die Speicherblöcke und Kontorhäuser. Als erstes ziehen Agenturen, Verlage und andere Dienstleister in die neuen Räumlichkeiten.

2007: Die Speicherstadtimmobilien der HHLA werden zusammen mit der Fischmarkt Hamburg- Altona GmbH ein eigener Teilkonzern der HHLA, dessen Aktien nicht an der Börse gehandelt werden und zu 100 Prozent bei der Stadt Hamburg bleiben.

2008: Erste Büros für den Textil-Großhandel eröffnen, schnell kommen große Show-Rooms dazu. Heute ist die Modebranche mit fast 30.000 qm einer der größten Nutzer der alten Speicherböden.

2008: Das Internationale Maritime Museum zieht in die Räumlichkeiten des Kaispeichers B ein.

2012: Die Speicherstadt ist nicht länger Hafengebiet. Die Hamburger Bürgerschaft verschiebt am 13. September die Hafengrenzen und beschließt ein Entwicklungskonzept für die Speicherstadt.

2014: Das erste Hotel in der Speicherstadt eröffnet. Das ehemalige Kontorhaus am Sandtorkai und die Kaffeebörse wurden dafür umgebaut.

Welterbe-Ernennung

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Im Rahmen eines Festaktes erfolgte die offizielle Urkundenübergabe in der ehemaligen Kaffeebörse durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an den amtierenden Bürgermeister Olaf Scholz.
Im Juli 2015 nimmt das UNESCO-Welterbekomitee die Speicherstadt und das Chilehaus mit Kontorhausviertel in die UNESCO-Welterbeliste auf. Das Komitee, dem 21 UNESCO-Mitgliedsstaaten angehören, würdigt damit den außergewöhnlichen universellen Wert der innerstädtischen Komplexe von Lagerhäusern und Bürogebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Welterbekomitee begründet die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste damit, dass es sich bei Speicherstadt und Kontorhausviertel um „ein hervorragendes Beispiel“ von Gebäuden und Ensembles handelt, „die einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Menschheits-Geschichte versinnbildlichen.“ Der außergewöhnliche universelle Wert der beiden monofunktionalen, aber sich ergänzenden Gebiete, kommt in der zwischen 1885 bis 1927 errichteten „Stadt aus Speichern“ mit ihrem Verbindungsnetz aus Straßen, Kanälen und Brücken sowie in der modernen Backsteinarchitektur der Bürohauskomplexe für hafenrelevante Nutzungen aus den 1920er bis 1940er Jahren zum Ausdruck.

SERVICE

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Welterbe Info-Point

Vermittelt werden hier allgemeine Informationen zum Welterbe, zu den spezifischen Anforderungen von Welterbestätten und dem Welterbe Wattenmeer. Das Virtual Reality Projekt „Speicherstadt Digital“ vermittelt spielerisch die Arbeitswelt der Jahrhundertwende.
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google Arts&Culture

Google Arts & Culture präsentiert die Speicherstadt als historisch-kulturelles Erbe Hamburgs in virtuellen Touren. Erleben Sie sogar eine Fleetfahrt in 360°!
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App

Die App Speicherstadt digital präsentiert das Gebiet in historischen Bildern mit Hintergrundinformationen, eigens verfassten Geschichten, Hörspielen und Augmented Reality.

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Speicherstadtmuseum

Im authentischen Rahmen eines Lagerhauses von 1888 zeigt das Speicherstadtmuseum anhand traditioneller Arbeitsgeräte und typischer Waren, wie die Quartiersleute früher hochwertige Importgüter wie Kaffee, Kakao oder Kautschuk gelagert, bemustert und veredelt haben. Weitere zentrale Themen sind der Tee- und Kaffeehandel sowie die Baugeschichte der Speicherstadt.

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