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Übergabe der PEKING

Die Viermastbark PEKING ist an die Stiftung Historische Museen Hamburg übergeben worden. Die Restaurierung des historischen Flying P-Liners auf der Peters Werft wurde erfolgreich abgeschlossen.

Die Viermastbark PEKING erstrahlt wieder im vollen Glanz! Das 1911 bei Blohm+Voss gebaute Frachtschiff gehört zu den legendären Flying P-Linern der Reederei F. Laeisz, die für ihre Geschwindigkeit und ihre Sicherheit berühmt waren. Unter Leitung der Stiftung Hamburg Maritim wurden in den letzten drei Jahren auf der Peters Werft in Wewelsfleth Rumpf und Rigg des historischen Frachtseglers fachgerecht restauriert. Das Schiff mit seinen imposanten über 50 Meter hohen gelben Masten erstrahlt nun wieder in den Reedereifarben Schwarz (Rumpf über der Wasserlinie), Weiß (Wasserlinie) und Rot (Unterwasserschiff). Am 15. Mai 2020 übernimmt die Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) das Schiff wie geplant in ihr Stiftungsvermögen. In der Verantwortung der SHMH werden an Bord der PEKING in den kommenden Monaten noch weitere Ausrüstungsmaßnahmen für ihren künftigen Einsatz als größtes Objekt des zukünftigen Deutschen Hafenmuseums stattfinden. Im August 2020 ist die Rückkehr der PEKING in ihren Heimathafen Hamburg vorgesehen, wo sie zunächst im Hansahafen festmachen wird.

Das Schiff, das bis 1932 für die Reederei F. Laeisz über den Atlantik segelte, ist im Sommer 2017 aus New York zurück an die Elbe geholt worden. Zuvor war es seit 1974 fester Bestandteil des South Street Seaport Museums in Manhattan. Der Rückholung und Restaurierung ging ein jahrelanger unermüdlicher Einsatz der Stiftung Hamburg Maritim und der Freunde der PEKING voraus. Möglich wurde dies durch die Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in Höhe von rund 38 Millionen Euro aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestagss aus dem November 2015. Besonders Hamburger Bundestagsabgeordnete hatten sich erfolgreich dafür eingesetzt.

 

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Die Überführung und Restaurierung wurden an die Stiftung Hamburg Maritim übertragen. Die Stiftung, die eine eigene Flotte historischer Schiffe betreibt, verfügt über große Erfahrung in der Restaurierung und hat auch dieses große Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss geführt. Nach nunmehr vier Jahren seit Projektbeginn überträgt die Stiftung Hamburg Maritim die PEKING an die Stiftung Historische Museen Hamburg.

Die PEKING wird mit der Eröffnung des Deutschen Hafenmuseums auf dem Grasbrook seinen festen Liegeplatz in Hamburgs neuem Stadtteil erhalten. Dort sollen mit ihr die vielfältigen Verflechtungen aus der Zeit des Salpeterhandels zwischen Deutschland und Chile mit ihren wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Verästelungen erzählt werden. Sie wird so ein wichtiger Ort für das Thema Globalisierung am Knotenpunkt Hafen.

„Der heutige Tag ist ein historisches Datum in der Geschichte unserer Stiftung und ein Anlass zu großer Freude. Die Übernahme der PEKING bedeutet für die Stiftung Historische Museen Hamburg einen wichtigen Entwicklungsschritt, der die Aufgabenstellungen unserer Einrichtung erheblich erweitert. Ich bin mir sicher, dass die Viermastbark, für deren hervorragende Restaurierung wir der Stiftung Hamburg Maritim größten Dank schulden, ein neues Wahrzeichen Hamburgs sowie ein spektakulärer Botschafter und deutlich sichtbares Symbol für die fortschreitende Planung und Realisierung des Deutschen Hafenmuseums werden kann.“

Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Direktor und Vorstand der Stiftung Historische Museen

Sie haben das Ruder fest in der Hand

Joachim Kaiser (Stiftung Hamburg Maritim), Prof. Dr. Hans-Jörg Czech (Stiftung Historische Museen Hamburg), Kathrin Hahne (Mitarbeiterin der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien), Rüdiger Kruse (CDU, Mitglied des Deutschen Bundestages) und Dr. Carsten Brosda (Senator der Behörde für Kultur und Medien) bei der Übergabe der PEKING an die SHMH, 15. Mai 2020.

Übergabe der PEKING am 15. Mai 2020, Foto SHMH

Die PEKING im Hansahafen

Mit der Entwicklung, der Errichtung und dem Betrieb des Deutschen Hafenmuseums ist die Stiftung Historische Museen Hamburg beauftragt, von der auch derzeit die inhaltliche Konzeption zur späteren Nutzung der PEKING im Kontext des Deutschen Hafenmuseums erarbeitet wird. Im August 2020 wird die PEKING voraussichtlich im Hansahafen festmachen. Dort, in unmittelbarer Nachbarschaft zum historischen Schuppen 50A und der bestehenden Museumsflotte der Stiftung Historische Museen Hamburg, wird die PEKING als Zeugnis des transnationalen Seehandels weiter ertüchtigt und die Rekonstruktion der Inneneinrichtung vorangetrieben. Der Viermaster wird von einer Crew von vier Mitarbeitern betreut werden. Mit zusätzlicher Unterstützung von Ehrenamtlichen und den Freunden der PEKING e.V. wird sie die Wartung und Pflege fachgerecht sicherstellen.

Die PEKING in der Peters Werft, Mai 2020
Die PEKING in der Peters Werft, Mai 2020

Stimmen zur Übergabe der PEKING

Die Historie der PEKING

Die Viermastbark PEKING wurde 1911 in Hamburg bei Blohm+Voss für die Reederei F. Laeisz gebaut, deren Schiffe alle ein „P“ als ersten Buchstaben im Namen tragen: PASSAT, POMMERN, PADUA zum Beispiel. Alle Frachtsegler der Reederei waren in der Salpeterfahrt eingesetzt. Ausgehend wurden Exportwaren für Chile geladen, zum Beispiel auch Steinway-Flügel für dort lebende Auswanderer-Familien, zurück segelten die Schiffe voll beladen mit Guano in Säcken, in Europa ein wichtiger Grundstoff für Dünger und Sprengstoff. Der Salpeterhandel sorgte auch in Südamerika bis zum Ersten Weltkrieg für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Auf jeder Reise wurde zweimal Kap Hoorn umsegelt, die PEKING allein brachte es auf 34 Kap-Hoorn-Umrundungen.

 

1932 machte die PEKING ihre letzte Reise unter Segeln, wurde außer Dienst gestellt und zum stationären Internats-Schiff umgebaut. Im Medway an der englischen Ostküste lag sie unter dem Namen ARETHUSA bis 1974 vor Anker und wurde dann vom New Yorker South Street Seaport Museum erworben. Das South Street Seaport Museum ließ den Rumpf der PEKING auf einer schottischen Werft in Stand setzen und anschließend über den Atlantik nach New York schleppen. Dort wurde sie wieder aufgetakelt und nahm zur 200-Jahr-Feier der amerikanischen Unabhängigkeit 1976 ihren prominenten Liegeplatz in Manhattan ein. Fortan diente sie als Museumsschiff und Touristenattraktion.

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Die PEKING in Fahrt, Foto: Archiv Reederei Laeisz
Als das South Street Seaport Museum in den Jahren ab 2000 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, wurde die PEKING für viel Geld zum Verkauf angeboten. Schon damals hatte die frisch gegründete Stiftung Hamburg Maritim Interesse an dem berühmten Viermaster gezeigt, wegen der erheblichen Restaurierungskosten jedoch wieder Abstand genommen von dem Projekt. Über Jahre fand sich kein Übernahmeinteressent, so dass das South Street Seaport Museum das Schiff am Ende sogar als Geschenk anbot. Nachdem der Bundestag 2015 auf Antrag der Hamburger Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs und Rüdiger Kruse das Geld für Überführung und Restaurierung bereitgestellt hat, konnte 2017 die PEKING zurückgeholt werden. Die PEKING ist einer von vier noch existierenden Windjammern aus der Flotte der legendären „Flying P-Liner“ der Laeisz-Reederei: die PASSAT liegt seit 1960 als Museumsschiff in Travemünde, die POMMERN liegt als Museumsschiff in Mariehamn (Finnland) und die ehemalige PADUA fährt unter dem Namen KRUZENSHTERN als Segelschulschiff unter russischer Flagge.

Die vorbereitenden Maßnahmen zur Ankunft der PEKING in Hamburg sowie die Inbetriebnahme des Schiffes werden gefördert von der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg

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