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Als der Norden dänisch war

Das Altonaer Museum befasst sich als eines der größten deutschen Regionalmuseen mit der Kunst- und Kulturgeschichte des norddeutschen Raumes und präsentiert die kulturhistorische Entwicklung der Elbregion um Altona, von Schleswig Holstein und der Küstengebiete von Nord- und Ostsee. Die Sammlung enthält Grafiken, Gemälde, Textilien, Spielzeuge sowie kulturgeschichtliche Objekte aus den Bereichen Kunsthandwerk, Schifffahrt, Leben und Arbeiten auf dem Land und in der Stadt.

Immer stärker verbindet das Altonaer Museum zudem mit seinen Ausstellungen und Veranstaltungen Themen aus der Geschichte mit den Perspektiven, die sich für die heutigen Bewohner ergeben und die deren Identität innerhalb Hamburgs bestimmen: Stadtentwicklung, Flucht und Migration, Inklusion. Dabei öffnet sich das Museum bewusst nach außen und kooperiert mit zahlreichen Verbänden und Initiativen.

Seit 2008 gehört das Museum zur Stiftung Historische Museen Hamburg.

Museumsgründung durch bürgerschaftliches Engagement

Als man sich am 11. Oktober 1863 traf, um an der Prachtstraße Palmaille das „Öffentliche Museum“ aus der Taufe zu heben, gehörte Altona mit den Herzogtümern Holstein, Schleswig und Lauenburg noch zum dänischen Staatsverband und war mit ca. 50.000 Einwohnern die größte Stadt im dänischen Gesamtstaat nach Kopenhagen. Die Museumsgründung war eine eher unspektakuläre Veranstaltung: Einige engagierte Geschichtsfreunde hatten sich versammelt, um in einem Hinterhaus eine Ausstellung mit Modellen und Medaillen, Münzen und Gemälden, Alltagsgegenständen und Waffen aus der wechselvollen Geschichte Altonas zu eröffnen.

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Neuausrichtung zum Heimatmuseum unter Otto Lehmann

Um 1900 errichtete die inzwischen freie und selbständige Stadt Altona am heutigen Standort in der Museumstraße einen aufwendigen Museumsneubau, ein prächtiges Gebäude im Stil „nordischer Renaissance“, und 1901 wurde das nun so genannte Altonaer Museum eröffnet. Unter der Leitung des ersten hauptamtlichen Museumsdirektors Otto Lehmann erfuhr das Museum ein völlig neues Konzept: Dem Zoologen und Geograph, der zu den Anhängern der Reformpädagogik gehörte, ging es um Anschaulichkeit statt um trockene Systematik. Er wollte breite Schichten der Bevölkerung über die Natur- und Kulturgeschichte ihrer Heimat zu informieren. Das war damals so revolutionär und zukunftsweisend, dass sich viele europäische Museen, vor allem in Skandinavien, daran orientierten. Ein spezielles Augenmerk der Lehmannschen Konzeption lag auf dem Einsatz von Dioramen, Haus- und Schiffsmodellen sowie zahlreichen Rauminstallationen und Inszenierungen zur Gestaltung von Natur- und Lebenswelt-Präsentationen mit besonders hohem Anschaulichkeitsgrad. Der große überregionale Erfolg als eines der modernsten Museen Europas führte zum Bau eines Erweiterungsflügels, der 1914 zum 250jährigen Stadtjubiläum Altonas eingeweiht wurde.
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Otto Lehmann (1865-1951), erster Direktor des Altonaer Museums
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Blumengang in der naturundlichen Abteilung des Museums. Foto: Emil Puls
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Große Säugetierhalle des Museums (1901 bis 1913). Foto: H. Wernecke

Zwischen Erweiterung und Zerstörung

1939 eröffnete das Jenisch Haus, eine 1831 bis 1834 nach Entwürfen von Franz Gustav Forsmann und von Karl Friedrich Schinkel im klassizistischen Stil erbaute großbürgerliche Land-Villa des Hamburger Kaufmanns und Bausenators Martin Johan Jenisch d. J., als neue Außenstelle. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörte eine Fliegerbombe das Altonaer Haupthaus zu rund 65%, die Sammlungen erfuhren dank Auslagerung jedoch nur geringe Verluste. In den 1950er und 1960er Jahren wurden Gebäudeteile im zeitgenössischen Architekturstil wiederhergestellt und ein zusätzlicher Verbindungstrakt errichtet. Die Sammel- und Ausstellungstätigkeit verlagerte sich ab den 1950er Jahren auf Kulturgeschichte und bildende Kunst, die vor- und frühgeschichtlichen Bestände wurden in den 1970er Jahren an das Helms-Museum in Harburg abgegeben. 1980 vernichtete ein verheerender Brand erneut große Teile des historischen Mitteltraktes des Museums und verursachte große Verluste unter dem Sammlungsgut.

Weichenstellung für das 21. Jahrhundert

1999 wurde das Altonaer Museum zur eigenständigen Stiftung (ö.R.). Zwischen 2002 und 2008 reformierte es sich inhaltlich und architektonisch beispielhaft weiter. Als erste Kinderabteilung in einem Hamburger Museum nahm 2006 der „Kinderolymp“ des Altonaer Museums seinen Betrieb auf und ist mit diesem innovativen Konzept eines der erfolgreichsten Beispiele gelebter Kinderkultur in einem Museum.

2009 vollzog sich die Umsetzung eines vom Architekturbüro Störmer Murphy and Partners vorgelegten architektonischen Masterplans: der Eingangsbereich erhielt ein neues Gesicht und wird seither als Veranstaltungsort mit großzügigem repräsentativem Ambiente genutzt.

Eine 2010 vom Hamburger Senat erlassene Schließung des Museums führte zu breiten nationalen und internationalen Protesten. Parallel erhielt KINDEROLYMP im September 2010 den Anerkennungspreis der Dr. E.A. Langner-Stiftung für Kinder- und Jugendkultur und wurde damit als Beispiel für hervorragende Kinder- und Jugendarbeit gewürdigt, die es auf jeden Fall zu erhalten gelte. Der Folgesenat revidierte den Beschluss, so dass das Altonaer Museum im Jahr 2013 sein 150jähriges Bestehen feiern konnte.

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