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Altonaer Museum | 10.05.2019 Beginn: 10 - 18 Uhr

Tagung der Gustav Oelsner Gesellschaft

Hamburger und Altonaer Reformwohnungsbau der 1920er Jahre: Zum Werk von Gustav Oelsner

Im Rahmen der Tagung soll die baukulturelle Vielfalt des Hamburger Reformwohnungsbaus nach 1918 beleuchtet und auf die Bauhausmoderne bezogen werden. Das „rote Hamburg“, das durch seine Backstein-Optik besticht, entfaltet lokal eine bedeutende Wirkung. Die Erbauer dieses Reformwohnungsbaus und -Siedlungsbaus in Hamburg und Altona sind prominente Vertreter wie Fritz Schumacher, Gustav Oelsner, Karl Schneider und die Gebr. Frank. Da dieser Baustil vielfach als „Hamburgensie“ abgetan wird, findet er immer noch wenig Beachtung in einschlägigen Publikationen zur Moderne. In dieser Veranstaltung werden exemplarische Architekturbeispiele der oben genannten Architekten herangezogen und mit den Strömungen der Bauhausmoderne verglichen. Des Weiteren werden Fragen der Zukunftsfähigkeit beispielhaften Wohnungsbaus der 1920er Jahre referiert und diskutiert.

Die Veranstaltung ist ein Beitrag Hamburgs, zusammen mit der Tagung über den „Hamburger Reformwohnungsbau“ des ehemaligen Oberbaudirektors Fritz Schumacher am 9. Mai 2019 im Museum für Hamburgische Geschichte, im Rahmen des Jubiläums 100 Jahre Bauhaus und des Hamburger Architektursommers 2019. 

Tagungsprogramm zum Download

Über Gustav Oelsner:

Gustav Oelsner wurde 1879 in Posen in Preußen geboren und studierte an der Technischen Hochschule in Charlottenburg – heute TU Berlin – Architektur und begann seine Laufbahn 1904 im preußischen Staatsdienst als Regierungsbaumeister in Breslau. Ab 1911 war er Stadtbaurat in der oberschlesischen Industriestadt Kattowitz bis 1923 und danach beauftragt, einen Generalsiedlungsplan für das Groß-Hamburger Gebiet und sein Umland zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang wurde Gustav Oelsner 1924 zum Stadtbaurat von Altona ernannt, gleichzeitig mit der Wahl Max Brauers zum Oberbürgermeister der selbstständigen Stadt Altona.

Für Altona schuf er erstmalig gesamtstädtische Pläne wie den Bauzonen- und den Nutzungsverteilungsplan sowie den Plan über die vier Grüngürtel, die bis heute weitgehend städtebaulichen Bestand haben. Seine architektonische Leistung lag als Chefarchitekt der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft SAGA im Wohnungsbau und außerdem im Schulbau. Seine avantgardistische Architektursprache im Stil des „Neuen Bauens“ und seinen bunten expressionistischen Klinkerfassaden prägen bis heute Teile des Ottenser und Bahrenfelder Straßenbildes. Beispielhaft sind seine kleinen und funktionstüchtigen Wohnungen. Die Nationalsozialisten erteilten Oelsner 1933 ein Berufsverbot. 1939 konnte er ins türkische Exil wechseln, wo er als Berater der Regierung unter Atatürk zu Wohnungs- und Städtebaufragen hohes Ansehen genoss und an der Hochschule für Architektur die Fakultät für Städtebau gründete. 1948 folgte er der Bitte des Hamburger Ersten Bürgermeisters Max Brauer, nach Hamburg zurückzukehren. Hier wurde er Beauftragter für den Wiederaufbau bis 1952. Er starb 1956 77- jährig.

Im Rahmen des Jubiläums 100 Jahre Bauhaus und des Hamburger Architektursommers 2019


Gustav Oelsner Wohnhäuser in der Helmholtzstraße und Bunsenstraße, 1927. Foto: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

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