2 Standorte für das Deutsche Hafenmuseum

Das zukünftige Deutsche Hafenmuseum und ihr Leitobjekt PEKING werden das Herz des neuen Stadtteils Grasbrook. Das Hafenmuseum Hamburg bildet als attraktives Freilichtmuseum eine Außenstelle des neuen Museums.

Das zukünftige Deutsche Hafenmuseum und ihr Leitobjekt PEKING werden das Herz des neuen Stadtteils Grasbrook. Das Hafenmuseum Hamburg bildet als attraktives Freilichtmuseum einen weiteren Standort des neuen Museums.

Die Pläne für das Deutsche Hafenmuseum werden konkret: Der Neubau entsteht im neuen Stadtteil Grasbrook, wo auch die Viermastbark PEKING ihren Liegeplatz am Holthusenkai finden wird. Als zweiter Standort wird das jetzige Hafenmuseum Hamburg, eine Außenstelle des Museums der Arbeit, zu einem Erlebnisort entwickelt werden, bei dem mitten im Hafen die Arbeit zur Stückgutzeit nacherzählt wird.

Mit dem Neubau besteht die einmalige Chance, einen Kulturort in einem neuen Stadtteil zu entwickeln, der zukünftig Wohnraum für 6.000 Menschen und Arbeitsort für 16.000 Menschen sein wird, ein „Sprung über die Elbe“, der Hamburg noch enger zusammenführen wird. Der neue Stadtteil Grasbrook liegt gegenüber der HafenCity, am Südufer der Norderelbe, und wird der westlich angrenzende neue Stadtteilnachbar der Veddel sein. Der Stadtteil soll ein feinkörnig gemischter und lebendiger Ort werden, gleichzeitig hat er das Potenzial für die Umsetzung nachhaltiger Baustandards und ökologischer Nutzungen in Zeiten des Klimawandels.

Am 3. April wurde nach einem aufwändigen Wettbewerbsverfahren mit umfangreichen Beteiligungsprozessen, gestaltet von der HafenCity GmbH, von der Jury der Entwurf des Teams Herzog & de Meuron und von Vogt Landschaftsarchitekten als Sieger gekürt.

Dieser Entwurf nimmt die vorhandenen Potenziale des Grasbrook auf und schafft eine effiziente Bebauung mit Promenaden am Wasser (Elbpromenade, Prager Ufer), der Verbindungs- und Sichtachse vom Veddelhöft zum Dresdner Ufer, den Wasserlandschaften und mit einem großen Park als Zentrum einer zukünftig grünen Halbinsel. Teile der alten Hafennutzung vom Dach des Überseezentrums werden erhalten.

Auf Grundlage dieser Planungen soll 2021 der Architekturwettbewerb für das Deutsche Hafenmuseum beginnen. Mit der Eröffnung des neuen Museums ist Ende der 2020er Jahre zu rechnen.

Stadtentwicklung im Zeichen der Kultur: Das künftige Deutsche Hafenmuseum kannzusammen mit der stolzen Viermastbark PEKING zum Symbol, Motor und kulturellen Zentrum des neuen Stadtteils Grasbrook werden.
Stadtentwicklung im Zeichen der Kultur: Das künftige Deutsche Hafenmuseum kannzusammen mit der stolzen Viermastbark PEKING zum Symbol, Motor und kulturellen Zentrum des neuen Stadtteils Grasbrook werden.

Hafenmuseum Hamburg als Standort des Deutschen Hafenmuseums

Aufgrund seiner großen hafengeschichtlichen Bedeutung als letzte noch erhaltene Umschlagsanlage aus der Kaiserzeit soll der Schuppen 50A, wo bereits das Hafenmuseum Hamburg betrieben wird, zusammen mit der Flotte historischer Schiffe und Krane weiterentwickelt und als eine Art lebendiges technisches Freilichtmuseum Teil des Deutschen Hafenmuseums werden. Unter anderem ist die Erschließung der gesamten Schuppenhälfte 50A für das Schaudepot vorgesehen und der Einbau einer Temperierungsanlage zur Optimierung der konservatorischen Klimabedingungen, die Erneuerung der Pontonanlage für die Museumsflotte sowie die Verbesserung der Barrierefreiheit im Außengelände. Ziel ist es, den Schuppen 50A mit seinen historischen Schuten sowie dem Schutendampfsauger SAUGER IV von 1909 und dem Schwimm-Dampfkran SAATSEE von 1917 künftig ganzjährig zu betreiben. Es wird ein Ort der Aktivitäten, des Gestaltens und Mitmachens für Ehrenamtliche, Besucherinnen und Besucher werden.

„Die Errichtung des Deutschen Hafenmuseums samt der Rückholung und Restaurierung der Viermastbark PEKING ist eines der herausragenden Museumsprojekte in Deutschland, das schon heute internationale Aufmerksamkeit erhält."

(Dr. Carsten Brosda)

PEKING nimmt 2020 Kurs auf Hamburg

2015 hatte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages der Freien und Hansestadt Hamburg für die Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums sowie für die Rückholung und Sanierung der Viermastbark PEKING einen Betrag von insgesamt 120 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Um der komplexen Aufgabenstellung der Restaurierung des Schiffes und der Umsetzung des Museums an zwei Standorten zu entsprechen, hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags am 14. November 2019 weitere 65,5 Mio. Euro für das Gesamtprojekt bewilligt.

Die SHMH arbeitet intensiv am inhaltlichen Konzept für das künftige Deutsche Hafenmuseum. Hierzu haben bisher drei international besetzte Fachsymposien und mehrere Workshops stattgefunden, in deren Rahmen die inhaltlichen Leitplanken des Museumsprojektes abgesteckt wurden und aus denen Netzwerke mit Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen hervorgegangen sind.

Gemeinsam mit den Betreibern der POMMERN, der PASSAT und der KRUZENSHTERN wurde das Netzwerk „Flying P-Liner Heritage Fleet“ gegründet, um deren Erfahrungen in die inhaltliche Präsentation auf der PEKING einfließen zu lassen. Parallel macht derzeit die Restaurierung der Viermastbark PEKING unter der Federführung der Stiftung Hamburg Maritim in der Peters Werft in Wewelsfleth gute Fortschritte. Die Heimkehr des Schiffes wird im Jahr 2020 erwartet.

Die vorbereitenden Maßnahmen zur Ankunft der PEKING in Hamburg sowie die Inbetriebnahme des Schiffes werden gefördert von der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg

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