Klang und Raum Orte elektronischer Musik in Hamburg

Eine Momentaufnahme 2014.

Von Dr. Sönke Knopp und Dr. Anna Symanczyk

Denkt man an Hamburg, denkt man an die Reeperbahn, an das Nachtleben und an die Clubkultur. Dass die Stadt jenseits der einschlägigen Clubs auf St.Pauli eine vielfältige Clubszene für elektronische Musik zu bieten hat, zeigt ein Bildbestand aus der Sammlung des Museums für Hamburgische Geschichte.

Musik und Stadt sind voneinander abhängig – die Musikszenen einer Stadt brauchen die Freiräume, um ihre Musik aufführen zu können, ihre Fans in die Clubs einzuladen und sich als Szene überhaupt herausbilden zu können. Gleichzeitig ist gerade Musik im dicht besiedelten Stadtraum eine Kulturform, die häufig mit den Anwohnerinnen und Anwohnern aneckt, die die Musik als Lärm empfinden. Nicht zuletzt ist die urbane Musikkultur aber auch ein Akteur im sich in den letzten Jahren weiter verschärfenden Kampf um den zum ökonomischen Gut gewordenen urbanen Raum. In diesem Kampf ist die Musikkultur – und hier insbesondere die der subkulturellen Strömungen – mit bescheidenen Mitteln ausgestattet, was wiederum einen Pioniergeist hervorbringt, der insbesondere in der Fähigkeit sichtbar wird, (Frei-)Räume in der Stadt zu entdecken, zu erobern, umzunutzen und zu bespielen.

In diesem Kontext ist die nachfolgende Fotoserie entstanden, die der Stadtforscher Dr. Sönke Knopp im Rahmen eines Projekts für die Stiftung Historische Museen Hamburg erstellt hat. Es ist eine Momentaufnahme. Zu sehen sind die Eingänge/Zugänge zur elektronischen Musik in Hamburg – und das ist wortwörtlich gemeint, denn im Fokus der Linse sind die Eingangstüren zu den Locations. Die Serie ist exemplarisch, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und zeigt dennoch ein Phänomen der sich wandelnden Stadt auf: Viele der dokumentierten Orte für elektronische Musik gibt es bereits jetzt schon nicht mehr – wenige Jahre nach den Aufnahmen. Teilweise ist das ganze Gebäude verschwunden, manchmal nur der dem Gebäude innewohnende Club. Dies zeigt zum einen die Dynamik der Stadtentwicklung und ist zum anderen ein Beleg für die strukturellen Problematiken von subkulturellen Musikszenen in der Stadt.

Die Clubs an der Sternbrücke

Mit der Google Maps Karte kann man sich an der Sternbrücke umschauen. Auf Mobilgeräten in die Richtung "wischen", die man sehen möchte. Am Desktop kann die Maus entsprechend genutzt werden. 

Fundbureau

 

 

Als einer der ersten Clubs des heutigen Clubensembles an der Sternbrücke eröffnete 1998 das Fundbureau in den Kasematten unter den Gleisen an der Stresemannstraße. Wo einst Hamburgerinnen und Hamburger verlorene Gegenstände zurückerhielten oder ersteigert haben schallen heute die Bässe. 

Durch einen mit buntem Graffiti verzierten schmalen Gang erhält man Zugang zu einer einmaligen Atmosphäre zwischen rumpelnder S-Bahn und feinen Klängen elektronischer Musik. Die Frage ist nur, wie lange noch? Denn durch den von der Deutschen Bahn geplanten Neubau der Sternbrücke steht das Fundbureau, wie auch die anderen Clubs des Ensembles, vor einer ungewissen Zukunft.

Der Club Fundbureau an der Sternbrücke, Hamburg (20214). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Eingang zum Club Fundbureau an der Sternbrücke, Hamburg (2014), Foto: SHMH/Sönke Knopp

Eingang zum Club Fundbureau an der Sternbrücke, Hamburg (2014), Foto: SHMH/Sönke Knopp

Waagenbau

Bild

Gebäude und Eingang des Clubs Waagenbau unter der Sternbrücke, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp. 

An der Max-Brauer-Allee gelegen gehört der Waagenbau zum Sternbrückenensemble. 2003 hat er sich hier in den Katakomben unter den Bahngleisen eingerichtet, in den ehemaligen Räumlichkeiten der Altonaer Waagenbau Fabrik, die hier zuvor seit 1933 heimisch war und was von außen auch noch deutlich zu lesen ist.

Wie alle Clubs rund um die Sternbrücke ist auch der Waagenbau im Zuge des geplanten Brückenneubaus durch die Deutsche Bahn vom Abriss und damit in seiner Existenz bedroht: Zukunft ungewiss.

Uebel & Gefährlich

Eingang zum Uebel & Gefährlich im Bunker an der Feldstraße. Foto: SHMH/Sönke Knopp

Eingang zum Uebel & Gefährlich im Bunker an der Feldstraße. Foto: SHMH/Sönke Knopp

Das Uebel & Gefährlich residiert ohne Zweifel an einem besonderen Ort. Einen Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg betritt man sonst eher selten. Allerdings ist der „Bunker“, der zur Zeit des Nationalsozialismus durch Zwangsarbeiter von 1942 bis 1944 errichtet wurde, so in den Alltag der Menschen auf St.Pauli integriert, dass die Geschichte des Gebäudes in der öffentlichen Wahrnehmung in den Hintergrund gerückt ist.

Eingang zum Uebel & Gefährlich im Bunker an der Feldstraße. Foto: SHMH/Sönke Knopp

Eingang zum Uebel & Gefährlich im Bunker an der Feldstraße. Foto: SHMH/Sönke Knopp

Allein der Zugang zum Club über eine endlos erscheinende, kreisrunde Wendeltreppe im Seitentreppenhaus ist schon eine Erfahrung. Meist nimmt man aber doch den Fahrstuhl im Haupttreppenhaus – das feiernde Publikum benötigt schließlich noch Energie für die Tanzfläche.
Auf dieser angekommen erwartet einen in der Regel qualitativ hochwertiges aus dem Repertoire der elektronischen Musik.

Blick in das unendlich scheinende Treppenhaus im ehemaligen Flakturm IV im Stadtteil St. Pauli mit Google Maps. 

Die Clubs entlang der Elbe und Hafenstraße

Der Pudel-Club an der Hafenstraße. Foto: SHMH/Sönke Knopp

Der Pudel-Club an der Hafenstraße. Foto: SHMH/Sönke Knopp

Pudel

Es ist der subkulturelle Leuchtturm der Hansestadt, der in manchen Nächten vielleicht sogar noch etwas heller leuchtet als die Elbphilharmonie: Der Golden Pudel Club. Nicht immer war er ein Hort der elektronischen Musik – im Gegenteil: lange galt der Pudel als Treffpunkt der sogenannten Hamburger Schule. Immer aber war er ein Garant für die Qualität des Undergrounds. Im Februar 2016 brannte das Gebäude, was in seiner Substanz von 1872 stammte und u.a. ein ehemaliges Schmugglergefängnis war, fast vollständig nieder.

Was folgte war ein aufreibender Streit um Besitzverhältnisse und Zukunft des Clubs, mit glücklichen Ausgang für eine gemeinnützige Nutzung. Im August 2017 war das Erdgeschoss wiederaufgebaut, sodass der Club wiedereröffnen konnte, seit Juli 2019 ist auch das Obergeschoss saniert und wieder zugänglich. Und um für eine friedlichen und langfristig garantierten Verbleib des Clubs an der Hafenkante zu sorgen, wurde 2018 die von Patriotischen Gesellschaft von 1765 verwaltete Golden Pudel Stiftung gegründet, in deren Besitz sich der Club seitdem befindet.

Eingang des Pudel-Clubs, Hamburg 2014. Foto: SHMH/Sönke Knopp

Eingang des Pudel-Clubs, Hamburg 2014. Foto: SHMH/Sönke Knopp

Angelklub

Eingang des Angelklubs, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Eingang des Angelklubs, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

An der berühmten Hafenstraße gelegen, war der Angelklub ein kleines Etablissement in einem alten Gebäude. Elektronische Musik prägte das unregelmäßige Programm des Clubs, der wohl kaum als solcher einer breiteren Öffentlichkeit bekannt war – nicht untypisch für Orte der elektronischen Musik.

Golem

Eingang des Clubs Golem, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Eingang des Clubs Golem, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Der Club Golem war ohne Frage eine sehr besondere Location. An der Großen Elbstraße in unmittelbarer Nähe zum Fischmarkt gelegen, hätte die Eingangstür – rein optisch – auch in eine Anwaltskanzlei oder in eine Bankfiliale führen können. Innen aber gab es ausgefallene Drinks in einer Art Privatbibliotheksatmosphäre, in der auch Lesungen und kleinere Livemusik-Acts stattfanden. Wenn sich jedoch das große Bücherregal zur Seite schwang, dann eröffnete sich schließlich der Weg in den Untergrund, in dem es meist eine Auswahl der allerfeinsten elektronischen Klänge von handverlesenen DJs zu hören gab und den Tanzexzessen freien Lauf gelassen werden konnten.

MS Stubnitz

Die MS Stubnitz ist ein ehemaliges Kühlschiff der DDR-Hochsee-Fischfangflotte, das 1964 bei der Volkswerft Strahlsund vom Stapel lief. Seit kurz nach der Wende (1992) wird es als soziokulturelles Veranstaltungsschiff genutzt und seit 1995 von dem Verein Motorschiff Stubnitz e.V. betrieben. Mit der Klassenerneuerung im Jahr 2000 wurde die Stubnitz wieder mobil und war als Veranstaltungsschiff in ganz Nordeuropa unterwegs. Seit 2014 liegt es am Baakenhöft in der Hamburger HafenCity und lädt sein Publikum zu ganz unterschiedlichen Veranstaltungen ein – aber auch zu den Klängen elektronischer Musik. 

Das Club-Schiff Stubnitz mit Liegeplatz vor der Hafencity, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Das Club-Schiff Stubnitz mit Liegeplatz vor der Hafencity, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

 

 

Insbesondere die subkulturelle Note in der sonst so aufgeräumten HafenCity macht die Kreuzung aus Programm und Liegeplatz äußerst interessant, die nicht jedem gefällt. Im Fall der Stubnitz ist der Kampf um Raum in der Stadt aber vielleicht ausnahmsweise zweitranging, wenn auch nicht unerheblich. Im Zentrum steht allerdings – wie so oft bei alten Schiffen – der Kampf gegen Rost.

Kraniche

Der Club Kraniche in Hammerbrook, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Der Club Kraniche in Hammerbrook, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Die Kraniche waren der letzte Club vor den Elbbrücken, wenn man so möchte. Man musste schon wissen, wo man hingeht, denn außer den drei roten Kranichsilhouetten an der Stirnseite des schlichten Backsteinfunktionsbaus, deutete nichts darauf hin, dass sich hier neben einem Kies- und Baustoffhandel auch noch ein Klub eingerichtet hatte, der fernab vom Feiertourismus auf St.Pauli sein Publikum östlich der Innenstadt zu ausgesuchter elektronischer Musik einlud.

Brandshof

Der als Brandshof bekannte Club, war als Teil des Kontor- und Gewerbehofs Brandshof in den Lagerhallen des nach Plänen des Architekten Otto Hoyer Ende der 1920er Jahre erbauten ehemaligen Betriebsgeländes der Schlesischen Dampfer Co. Berliner Lloyd AG beheimatet. Gegen Ende der 2000er und zu Beginn der 2010er Jahre fanden hier eine etliche Reihen elektronischer Musik statt, wie etwa die Reihe PLUX. Die zentrale Lage relativiert sich durch die Rahmung von Bahntrassen, Autobahnzubringer und Billhafen inmitten eines Industriegebiets. Das Gebäudeensemble wurde 2008 vom in Hamburg medial bekannten Immobilienmakler Klausmartin Kretschmer gekauft und wird seitdem als „Entwicklungsprojekt“ eingestuft.

Der Club Brandshof in Hammerbrook, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Der Club Brandshof in Hammerbrook, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Der Club Brandshof in Hammerbrook, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Der Club Brandshof in Hammerbrook, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Die zentrale Lage relativiert sich durch die Rahmung von Bahntrassen, Autobahnzubringer und Billhafen inmitten eines Industriegebiets. Das Gebäudeensemble wurde 2008 vom in Hamburg medial bekannten Immobilienmakler Klausmartin Kretschmer gekauft und wird seitdem als „Entwicklungsprojekt“ eingestuft.

Frappant e.V.

Das Frappant ist kein klassischer Musikort, aber eines der besten Beispiele für den Kampf um Raum für Kunst, Kultur und Musik in Hamburg: 2003 schließt die Karstadt-Filiale in der Großen Bergstraße in Hamburg-Altona, was den Anfang vom Ende des gesamten Gebäudekomplexes markiert. Es wird Raum für Zwischennutzungskonzepte fei und Künstler und Kreative ziehen mit kurzfristigen Mietverträgen in die Räumlichkeiten. Clubs wie der Hafenklang, deren eigentliches Gebäude saniert wird, finden im Frappant ihr Exil, gleichermaßen auch das Klick, ein Club für elektronische Musik. 

2009 wird der Frappant e.V. als gemeinschaftliche Interessenvertretung gegründet. 2011 kauft der Möbelkonzern Ikea den sogenannten Frappantkomplex und wird dadurch wirtschaftliches Zugpferd im vom Senat bereits einige Jahre zuvor zum Sanierungsgebiet erklärten Stadtteil Altona-Altstadt. Es beginnen harte Verhandlungen zwischen Stadt, Künstlern und Immobilieneigentümerin um die räumliche Zukunft des Vereins. Am Ende wird der Frappantkomplex abgerissen, Ikea baut in Altona-Altstadt eine innerstädtische Filiale 

Frappant / Kachelraum Viktoria Kaserne

Die Kunstschaffenden finden eine neue Heimat in der Viktoria-Kaserne am Zeiseweg. Diese wird am Ende sogar von der Stadt gekauft und ist nun in genossenschaftlichem Eigentum. Und auch die Musik ist noch immer zu hören – im sogenannten Kachelraum der Kaserne.   

Gebäude und Eingang zum Frappant in Altona, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Gebäude und Eingang zum Frappant in Altona, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Clubs auf St. Pauli

EGO

Das EGO in der Talstraße war in den späten 2000er und frühen 2010er Jahren ein gut besuchter Club für elektronische Musik. Bemerkenswert ist die Aufmachung des Clubs entlang der Straße. Kein Schild weist auf den Eingang hin, lediglich durch die schwarze Hausfassade ist der Eingang für Eingeweihte erkennbar gewesen. Der Gedanke, eingeweiht sein zu müssen in das Programm, hebt das EGO und gleichermaßen auch andere Clubs entlang der touristischen Meilen in St. Pauli von den anderen Angeboten ab.

Eingang des Clubs EGO, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Eingang des Clubs EGO, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Baalsaal

Der Baalsaal ist einer wenigen Clubs, die direkt an der Reeperbahn liegen. Die Tatsache, dass er noch immer existiert, ist damit ein Beleg dafür, dass es auch dort neben Supermärkten und Systemgastronomie noch Raum für Clubkultur gibt, wenn auch begrenzt. Der Club selbst liegt im Untergeschoss – er muss gezielt angesteuert werden, um den Zugang nicht zu übersehen: Es ist ein schmaler Eingang mit einer schlichten schwarzen Tür mit dem Clubnamen in minimalistischen weißen Lettern.

Eingang zum Baalsaal auf der Reeperbahn, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knoop

Eingang zum Baalsaal auf der Reeperbahn, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knoop

Docks

Eingang zum Docks auf der Reeperbahn, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp. 

Eingang zum Docks auf der Reeperbahn, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp. 

Das Docks am Spielbudenplatz ist eine klassische Konzertbühne und damit kein Ort, der ausschließlich elektronische Musik im Programm hat. Das Docks ist einer der zentralen Bestandteile der Hamburger Musikszene und mit einer Kapazität von 1.250 bis 1.500 Menschen der größte Musikclub auf St.Pauli. Damit bietet das Docks Raum auch für internationale Größen der elektronischen Musik und bedient im Vergleich zu anderen Clubs kein Nischenpublikum. 

Prinzenbar

Eingang zur Prinzenbar in St. Pauli, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Eingang zur Prinzenbar in St. Pauli, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Die Prinzenbar ist im Grunde die Rückseite des Docks, hat aber nicht unbedingt den Charakter eines Hintereingangs. Mit ihrer in knalligem Blau gestrichenen Fassade und dem darüber liegendem etwas zurück versetztem Namensgraffiti wirkt der Club durchaus eigenständig, was sich auch im Innenraum bemerkbar macht. Hier zeugt der Stuck an den Decken, von seiner Vergangenheit als Lichtspielhaus. Ebenfalls eigenständig ist das Programm, das neben elektronischer Musik auch viele andere Genres auf der kleinen aber feinen Bühne präsentiert. 

Klingel 3

Eingang des Clubs Klingel in St. Pauli, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Eingang des Clubs Klingel in St. Pauli, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Eingang des Clubs Klingel in St. Pauli, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Eingang des Clubs Klingel in St. Pauli, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Ein leuchtend gelber Smiley über dem Club weist den Anhängern feiner elektronischer Klänge schon von weitem den Weg zur Eingangstür. Der kleine Laden ist bekannt dafür, dass er auch am frühen Morgen (und darüber hinaus) noch sehr gut gefüllt ist bzw. sich erst richtig füllt, was für Orte elektronischer Musik nicht unüblich ist, im direkten lokalen Umfeld zwischen Silbersackstraße und Hans-Albers-Platz mitten auf St.Pauli sich doch aber als Oase für das geneigte Publikum entpuppt.

Gängeviertel

Kunstzentrum Gängeviertel in Hamburg, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Kunstzentrum Gängeviertel in Hamburg, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Kunstzentrum Gängeviertel in Hamburg, Hamburg 2014. Foto: SHMH/Sönke Knopp

Kunstzentrum Gängeviertel in Hamburg, Hamburg (2014). Foto: SHMH/Sönke Knopp

Auch in den Räumlichkeiten des sogenannten Gängeviertels am Valentinskamp in der Neustadt fanden und finden Veranstaltungen mit elektronischer Musik statt. Die Gebäude selbst, sind ein symbolisches Ausrufezeichen im Kampf um Raum für Kunst und Kultur jenseits staatlicher Förderung in der Stadt. 

Seit 2009 werden die historischen Gebäude bespielt, die die letzten ihrer Art in der Stadt sind, nachdem sie nach der Choleraepidemie 1892 (aufgrund der äußerst beengten Wohnverhältnisse) nach und nach abgerissen wurden bis nur noch dieses kleine Ensemble stehen blieb. Und eben dieses letzte Stück Gängeviertelgeschichte in Hamburg sollte in attraktiver Innenstadtlage neuen Großbauvorhaben weichen, was aber durch das Entstehen von kultureller Relevanz bis heute vermieden werden konnte.

Die Online-Ausstellung "Klang und Raum" ist Teil des Google Arts & Culture Projekts "Music, Makers & Machines". Das Museum für Hamburgische Geschichte gehört zu den 57 Projektpartnern aus 15 Ländern, die es ermöglicht haben, "eine kurze Geschichte der elektronischen Musik" darzustellen.