Bild

YesYo von TONAam Altonaer Museum

Eine Aktion im Rahmen der Ausstellung "Chiffren einer Stadt. Fotografien von Hans Meyer-Veden“

Die Hamburger Streetart Szene ist bunt und vielfältig. An zahlreichen Stellen und Ecken wird man in der Hansestadt fündig und kann eine kostenlose Tour durch die Welt der Streetart Kunst machen. Neben der Schanze, St. Pauli oder dem Karoviertel mausert sich auch langsam Harburg zum Hotspot der Urban Art Szene. Zu den Hamburger Künstler*innen gehört TONA fest dazu.

Nun hat TONA im Rahmen der Sonderausstellung "Chiffren einer Stadt", welche im Jenisch Haus zu sehen ist, eine Plakatwand am Altonaer Museum gestaltet.

 

Street Artists sind bewusst oder unbewusst Teil der Bewegung „Recht auf Stadt", welche die urbanen Räume mitgestalten möchte und nicht bereit ist, sie allein Stadtplaner*innen und den allgegenwärtigen Investor*innen zu überlassen.

Der Hamburger Sprayer und Schablonenkünstler TONA begann zunächst mit Graffiti-Kunst, konzentrierte sich dann aber mehr und mehr auf Schablonenarbeiten. Immer nach dem Motto „Kunst auf der Straße für die Straße" schafft er Werke, die ohne Sprache auskommen und unmittelbar mit den Menschen in Kontakt tritt, die mit offenen Augen durch die Stadt gehen.

TONAs kleine und große Kinderfiguren findet man mittlerweile rund um den Globus an Hauswänden und Mauern. Immer wieder überraschen die gesprühten Gesichter an teils schlichten wie auch an skurrilen Orten und beleben das Straßenbild. Als Vorlage dienen ihm Fotografien, die er zu detaillierten, mehrschichtigen Schablonen ausarbeitet. Mit dieser Technik können die Bilder mehrfach und vielerorts an die Wand gemalt werden. So bringt er beispielsweise Kinder, die er auf seinen Reisen fotografiert hat, auch nach Altona und versucht damit eine emotionale Kommunikation mit den Betrachtenden zu führen. Es geht um Kommunikation und Sichtbarmachung, aber auch um Transformation. Dabei wird das aufmerksame Auge vor allem auf unscheinbare Ecken gelenkt, dorthin, wo Verfall und Dreck herrschen, bröckelnde Häuserfassaden, Mauerreste und Nischen.

"YesYo" von TONA

„Mein Interesse war es, den öffentlichen Raum mitzugestalten, und ich dachte immer, dass das jeder tun sollte. Also irgendwie die Umgebung mitgestalten. Denn wir leben ja alle zusammen in den Vierteln und gehen zusammen auf der Straße. Da ist es doch cool, wenn jeder ein bisschen seine persönliche Note einbringt und nicht alles gleich aussieht oder grau ist oder voller Werbung oder anderer ungewollter visueller Ästhetik und vollgestopft mit Dingen, die man eigentlich nicht haben will. Für mich ist es eigentlich logisch, dass man anfängt, die Dinge und das Umfeld selbst zu gestalten. Ob das jetzt politisch oder künstlerisch ist, das ist eigentlich egal.“

(TONA, 2021)

Die Gestaltung der Plakatwandam Altonaer Museum

Bereits 2016 wurde die Plakatwand erstmalig von einem Street Artist (René Scheer) gestaltet, nun erobert TONA die Plakatwand. TONA hat in der Ausstellung „Chiffren einer Stadt“ die Fotografien der Häuser mit Graffitis interpretiert und um seine eigenen Arbeiten ergänzt. In dem Live-Painting am 19. Juni 2022 bearbeitete er eine Wandfläche des Altonaer Museums demonstrierte damit seine Arbeitsweise. Dabei hatten Interessierte die Möglichkeit dem Künstler über die Schulter zu schauen. 

 

Für die Vorbereitungen benötige TONA rund 5 Tage (Materialbesorgung, Druck, Schnitt, Probesprühen). 

Da das Motiv so groß geworden ist, mussten die einzelnen "Layer" (Schichten) auf mehrere Schablonen aufgeteilt werden. 

Es sind nun bei 4 "Layern" insgesammt 25 Schablonen geworden.

Die Aktion vor Ort hat etwa 3,5 Stunden gedauert. 

Bild

Fast fertig, das Werk "YesYo" von TONA. 

Fotos: Dr. Nicole Tiedemann-Bischop