Die acht schönsten Parks in Hamburg

1. Römischer Garten (Blankenese): 7.000 qm

Der römische Garten ist ein in Hamburg einzigartiger formaler Architekturgarten mit vielen Zitaten der italienischen und deutschen Gartenkunst. Der Hamburger Kaufmann Anton Julius Richter ließ in den 1880er Jahren unterhalb des Kösterbergs eine breite Terrasse aufschütten und bepflanzte sie in Erinnerung an seine Italienaufenthalte mit immergrünen Solitärbäumen in Zypressenform und einer „Girlandenhecke“, einer kunstvoll gestutzten Thujahecke. Aber erst durch die Familie Warburg und die 1913 eingestellte Obergärtnerin Elsa Hoffa erhielt der Garten seine heutige Form. 1951 erhielt die Stadt Hamburg den Garten von der Familie Warburg als Geschenk, der mit seinem italienischen Flair und den Ausblicken auf die Elbe bis heute verzaubert.

Der Jenisch-Park in Flottbek

2. Jenischpark und Westernpark (Othmarschen): 42.000 qm / 16.000 qm

Entlang der Elbchaussee entstanden ab den 1770er-Jahren eine Reihe von Parkanlagen im damals modernen Stil des englischen Landschaftsgartens: Geschwungene Wege führten durch eine möglichst hügelige Landschaft und erschlossen dem Spaziergänger immer neue Landschaftsbilder, die der Gärtner mithilfe vorwiegend einheimischer Baumsorten komponierte. Eine der ersten Parkanlagen im Stil des Englischen Landschaftsgartens war die Flottbecker Farm. Sie wurde von dem Hamburger Kaufmann Caspar Voght gegründet. Voght unterteilte seinen Besitz in den sogenannten Norder-, Oster-, Wester-, und Süderpark. Letzterer wurde 1927 als Jenischpark der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Westerpark konnte nach dem Wegzug der Baumschule von Ehren von der Stadt gepachtet und ab 1996 in seiner alten Topographie wiederhergestellt werden.
Jenisch Park. 1902, Lichtdruck; Wilhelm Dreesen (1840 - 1926), Fotograf, Original, Meisenbach Riffarth & Co; Museum für Hamburgische Geschichte
Altona - Klein Flottbek. Jenisch-Park; Lithografie; Museum für Hamburgische Geschichte
Das Jenischhaus. Foto: www.mediaserver.hamburg.de / Escape Filmproduktion

 

 

 

 

 

Stadtpark-See. Hamburg

3. Stadtpark (Winterhude): 148.000 qm

Um 1900 schlug Alfred Lichtwark, der damalige Direktor der Kunsthalle, angesichts von Bevölkerungswachstum und fortschreitender Industrialisierung Alarm: „Der Hamburger fragt sich, ob seine Vaterstadt, wenn nicht ein großer Stadtpark geschaffen wird, auf die Dauer bewohnbar bleibt.“ 1910 war es soweit: Dem Senat wurde ein gemeinsamer Entwurf von Fritz Sperber und Fritz Schumacher vorgelegt, der eine landschaftlich-malerische und gleichzeitig geometrisch gegliederte Gestaltung für den Park vorschlug. 1920 war der Park fertig gestellt und bot Raum für vielfältige Bedürfnisse. Das Ziel, ein Grün für alle Teile der Bevölkerung zu schaffen, verfolgte auch Otto Linne, Hamburgs Erster Gartendirektor, unter dessen Leitung der Stadtpark in wesentlichen Teilen ausgestaltet wurde.

 

 

Das Heine-Denkmal im Stadtpark; 1927; Postkarte; Kunstverlag Gebrüder Kumm, Herausgeber
Stadtparksee und Goldbekkanal; 1. Drittel 20. Jahrhundert; Fotografie; Museum für Hamburgische Geschichte
Stadtpark Hamburg Milchwirtschaft Dämmerung; 1914 - 1945; Postkarte; Mühlmeister & Johler - Kunstanstalt für Farbendruck, Hersteller/in

4. Das Alstervorland (Harvestehude): 4.800 qm

Auf dem ehemaligen Weidegelände des Frauenklosters Herwardeshude entstanden seit dem späten 17. Jahrhundert erste Gärten. Den Landhäusern für die Sommerfrische folgten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ganzjährig bewohnte herrschaftliche Villen, deren Gärten bis ans Wasser reichten. Doch erst 1953 gelang es dem Hamburger Bürgermeister Max Brauer, das Gelände zu verstaatlichen. Im Rahmen der Internationalen Gartenbauausstellung wurde das von dem Hamburger Gartenarchitekten Gustav Lüttke naturnah gestaltete Alstervorland der Öffentlichkeit übergeben. Gleichzeitig wurde in dem Park eine Skulpturensammlung unter freiem Himmel eröffnet, die ebenfalls einen Neubeginn markierte: Ausgestellt wurden deutsche und internationale Werke der Moderne, die wenige Jahre zuvor noch als „entartete Kunst“ diffamiert worden waren. Die Skulpturen von damals sind heute über die Museen der Welt verstreut, Skulpturen gehören aber nach wie vor zum Park.
Das Alstervorland in Harvestehude, Hamburg

5. Planten und Blomen (Neustadt): 50.000 qm

Planten un Blomen Foto: ww.mediaserver.hamburg.de / Christian Spahrbier
Die Geschichte des öffentlichen Grüns in Hamburg beginnt mit der Umwidmung der historischen Wallanlagen: Aus ehemaligen Befestigungs- wurden Grünanlagen. Schon um 1700 luden Ulmen- und Lindenalleen auf den Wällen zu Spaziergängen und Ausritten ein. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ der Senat die Wälle jedoch abtragen und durch den Bremer Gärtner Isaak Altmann zu einem Landschaftsgarten umwandeln. Zwischen dem Wallgraben und den Dammtorfriedhöfen entstand ab 1821 der Botanische Garten. 1935 eröffnete auf dem Gelände des ehemaligen Zoos die niederdeutsche Gartenschau „Planten un Blomen“, plattdeutsch für Pflanzen und Blumen. Heute beeindruckt hier vor allem der 1993 angelegte Rosengarten. Die Wallanlagen insgesamt sind geprägt durch zahlreiche Gartenschauen. Heute ist Planten und Blomen der Oberbegriff für den Grüngürtel zwischen Millerntor, Dammtor und Fernsehturm. Er umfasst das eigentliche Planten un Blomen, den alten Botanischen Garten mit den Tropengewächshäusern sowie die kleinen und großen Wallanlagen.

Hirschpark

Senator Godeffroy ́s Landhaus in Dockenhuden
Kreidelithografie, 1857 
Christian Ludwig Wilhelm Heuer

6. Hirschpark (Nienstedten): ca. 25.000 qm

Johan Cesar IV Godeffroy konnte als erfolgreicher Hamburger Kaufmann bereits 1786 ein größeres Landgut bei Blankenese erwerben und es zu einem englischen Landschaftsgarten umformen lassen. Das sogenannte Witthüs gehörte ehemals zu einem der Bauernhöfe auf dem Hirschpark-Anwesen und wurde unter den Godeffroys zum Gästehaus. Heute ist es Teestube und Restaurant, vor dem sich ein Bauerngarten erstreckt. Die Bäume der zweireihigen Lindenallee sind bereits auf einer Karte von 1789 eingezeichnet, d.h. die Bäume sind wohl an die 300 Jahre alt, wie auch der Bergahorn im Osten der Lindenallee, einer der schönsten Bäume Hamburgs. Erst unter Johan Cesar VI Godeffroy, dem Enkel des Gründers, erhielt der Park sein heutiges Aussehen. Als begeisterter Jäger ließ er um 1850/60 das namengebende Wildgehege anlegen. Wo heute nur noch 19 Damhirsche die Besucher erfreuen, hielt Godeffroy rund 50 Damhirsche. Bis heute ist der Hirschpark für seine Rhododendrenblüte im Frühsommer berühmt.
Blick vom Garten des Cesar Godefroy, Hirschpark vom Westen über die Fischerhäuser Mühlenbergerweg bis hin zu Bauer's Garten; Museum für Hamburgische Geschichte
Villa Wriedt in Dockenhuden (ehemals Haus Godeffroy), Foto: Emil Puls

7. Volkspark Altona: ca. 2.050.000 qm

Schon 1895 gab es Forderungen eines privaten Komitees nach einer großen Erholungsgrünfläche im schnell wachsensen Altona. 1913 wurde unter Oberbürgermeister Bernhard Schnackenburg die Anlage eines Kaiser-Wilhelm-Parks beschlossen. Man berief Ferdinand Tutenberg zum Gartenbaudirektor. 1914/15 begannen tausend sogenannte Notstandsarbeiter mit dem Bau des Parks. Die vollständige Realisierung von Tutenbergs Plänen sollte noch dauern, doch ein Großteil der Anlage, die nun Altonaer Volkspark genannt wurde, war 1920 fertiggestellt. Mehr als andere Hamburger Parks hat der Volkspark seinen Waldcharakter erhalten und dient so auch als Brutraum für zahlreiche Vogelarten. Neben dem Schul- und dem Rosengarten ist hier Europas ältester Dahliengarten zu finden, der mit seiner Blütenpracht im Spätsommer und Herbst eine besondere touristische Attraktion darstellt. Hinzu kommen zahlreiche Erholungsmöglichkeiten, entsprechend dem Namen des „Volksparks“, beispielsweise eine große Spiel- und Liegewiese, eine Minigolfanlage sowie mehrere Aussichtspunkte.

8. Loki-Schmidt-Garten (Neuer Botanischer Garten): ca. 25.000 qm

Obwohl er einer der neueren Parks in Hamburg ist, hat der 2012 umbenannte Loki-Schmidt-Garten, auch bekannt als Neuer Botanischer Garten, doch eine bewegte Geschichte. Der ursprünglich im heutigen Planten und Blomen gelegene Botanische Garten wurde in den 70er Jahren nach Klein Flottbek verlegt. Er steht allen Besuchern kostenlos offen. Der eigentliche Zweck des Botanischen Gartens ist es, eine wissenschaftliche Sammlung für die Lehr- und Forschungsaufgaben des Biologischen Instituts zur Verfügung zu stellen, doch er ist auch einer der schönsten und abwechslungsreichsten Parks der Stadt. Er bietet nicht nur eine große Pflanzensystematik, sondern, rund um den zentralen See gelegen, auch zahlreiche Anpflanzungen zu den großen naturräumlichen Zonen der Welt, beispielsweise einen bezaubernden japanischen und chinesischen Garten, oder die Klimazone Nordamerika mit ihren beeindruckenden Mammutbäumen. Hinzu kommen diverse Themengärten wie der Rosengarten, der Bauerngarten und der Heil- und Giftpflanzengarten. Es gibt zudem zahlreiche kleine Überraschungen zu entdecken, etwa das Kameliental oder die Schwitzhütte.