Typisch HamburgSechs skurrile Dinge, die für Hamburg typisch sind

1. Zitronenjette

Henriette Johanne Marie Müller, 1841 in Dessau als uneheliches Kind geboren, wurde nur 1,32 Meter groß, wog keine 35 Kilogramm und war geistig und körperlich zurückgeblieben. Henriette verdiente ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Zitronen im Gängeviertel und wurde zu einem lokalen Unikum. 1986 wurde ihr im Schatten des Michels ein kleines Denkmal errichtet.

 

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2. Unfreiwillige Geisterfahrer

Die Hamburger Sierichstraße ist eine Einbahnstraße, die zweimal täglich ihre Richtung wechselt. Vormittags geht es in Richtung Innenstadt, nachmittags hinaus. Allerdings überfordert das nicht nur Autofahrer, sondern auch manches Navigationssystem, Geisterfahrer sind an der Tagesordnung.

3. Alsterschwäne

Schwäne galten lange wahlweise als Delikatesse oder Ärgernis. Doch in Hamburg hatte der Senat schon 1664 verboten, Schwäne „zu töten, zu verletzen oder zu beleidigen“. Das Gesetz machte Hamburg zum Schwanen-Paradies: Im Sommer gleiten sie als schwimmende Fotomodelle über die Alster, im Winter werden sie behutsam zusammengetrieben und in ihr Winterlager geschippert. Der Mann, der für diese VIP-Behandlung verantwortlich ist, trägt den Titel „Schwanenvater“.

 

 

Gruss aus Hamburg. Jungfernstieg nach der Renovierung; 1872 - 1900; Postkarte; Artur Wülbern, Herausgeber, Fr. Groth, Drucker
Schwanenwärter; 1906; Strumper & Co Hamburg
Hamburg. Schwanenhaus auf der Außenalster; 1907; Postkarte; Dr. Trenkler & Co, Hersteller

4. Quiddje

So nennt man einen Zugezogenen in Hamburg. Es wird noch komplizierter: Ein gebürtiger Hamburger ist man nur, wenn man in der Stadt geboren ist, so wie Helmut Schmidt. Einen geborenen Hamburger nennt man (woher auch immer er kommt) einen Mitbürger aus Überzeugung. Und ein Geborener (mit großem G) ist jemand aus einer renommierten Hamburger Familie.

5. Hamburger Knigge

„Ein Hamburger Bürgermeister hilft niemandem aus den Steigbügeln“. Das ist Tradition seit 450 Jahren. Egal ob Staatspräsident de Gaulle, Kaiser Wilhelm II., der Schah von Persien oder der Kaiser von Äthiopien – alle mussten die steilen Stufen der Rathaustreppe emporsteigen, bevor ein Hamburger Bürgermeister ihnen die Hand entgegenstreckte. Nur 1965 wurde eine Ausnahme gemacht: Beim Besuch der Queen. Eine Hamburger Lokalzeitung kommentierte das so: „Er ist ein Kavalier“.

 

 

 

Das Hamburger Rathaus bei Nacht; Postkarte; Hans Hartz (1902 - 1971), Fotograf, Verlag Hans Andres (1928 - 1976), Herausgeber/in
Rathaus; Foto: www.mediaserver.hamburg.de / Timo Sommer
Der Aufgang zum Senatsgehege im Hamburger Rathaus; Postkarte; Knackstedt & Näther, Drucker/in; 1. Drittel 20. Jahrhundert

6. Peterwagen

Nur in Hamburg tragen Polizeiwagen einen Vornamen. 1946 wollten die Hamburger Behörden die ersten Funkstreifenwagen einsetzen, dafür benötigten sie die Genehmigung der britischen Besatzungsmacht. Also versuchte ein deutscher Beamter mit wahrscheinlich unterirdischen Englischkenntnissen dem britischen Offizier zu erklären, worum es ging: „Patrolcars, Sir.“ Der Brite verstand nur Bahnhof. Dann buchstabierte der Beamte sein Anliegen: „Listen, Sir,`P´ like Peter“. Der Brite war vielleicht genervt, oder einfach ungeduldig, seine Antwort: „Oh, I know, Peterwagen“. Das Gesuch wurde genehmigt und der Name Peterwagen war geprägt.