10 Dinge, in denen Hamburg in Deutschland Erster war

1. Der erste Paternoster

1882 erfand der Ingenieur J. E. Hall den „Hall´s Cyclic Elevator“, den ersten Paternoster weltweit, der 1884 installiert wurde. Nur zwei Jahre später hatten sich die anglophilen Hamburger der Idee angenommen: 1886 entstand der mit modernster Technik ausgestattete Dovenhof, der Prototyp Hamburger Kontorhäuser, inklusive Paternoster, dem ersten außerhalb Großbritanniens, damals noch mit Dampfantrieb. Bald hatte der Paternoster auch einen Spitznamen: Hamburger nannten ihn Proletenbagger.

 

Gänsemarkt und Jungfernstieg in Hamburg; Postkarte; Dr. Trenkler & Co, Hersteller/in; Museum für Hamburgische Geschichte

2. Die erste asphaltierte Singlebörse

1235 wurde der Reesendamm als Damm zur Aufstockung der Alster errichtet. 430 Jahre später wurde der Damm durch Baumreihen in eine attraktive Flaniermeile für Söhne und Töchter der gehobenen Gesellschaft umgestaltet: Hamburgs erste Single-Börse, live, nicht digital und bald in den passenden Namen umgetauft: Jungfernstieg. Richtig berühmt wurde der Jungfernstieg aber erst 1838, als er als erste deutsche Straße asphaltiert wurde.

3. Die erste Ampel

Die erste elektrisch gesteuerte, heutigen Ampeln entsprechende Anlage Deutschlands ging am 14. November 1925 in Hamburg an der Kreuzung Mönckebergstraße und Glockengießerwall in Betrieb. Sie wurde in den ersten Wochen zu einem beliebten Ausflugsziel.

4. Der erste Ruderclub

1830 entstand der „English Rowing Club“, der erste Ruderclub in Deutschland. Der Sohn eines Hamburger Patriziers hatte die Idee, das Rennrudern in Hamburg populär zu machen und im Juni 1836 wurde dann der erste echte deutsche Ruderclub gegründet: „Der Hamburger Ruder Club“ (DHRC). Am 2. November 1836 wurde auf der Außenalster die erste Ruderregatta Deutschlands gestartet: Die Briten gewannen haushoch.

 

Ruderboot mit drei Mann; Gemälde; Museum für Hamburgische Geschichte
Ruderboot; Foto: www.mediaserver.hamburg.de / Geheimtipp Hamburg

 

5. Der erste Blitzableiter

St. Jacobi zählt zu den kleineren Gotteshäusern der Stadt. Nur einmal in ihrer 761jährigen Geschichte hat die ehemalige Kapelle vom Jakobsweg sämtliche anderen Kirchen in den Schatten gestellt. In den 1750er Jahren hatte Benjamin Franklin, Naturwissenschaftler und einer der Gründerväter der USA den Blitzableiter erfunden. Der Hamburger Arzt und Forscher Johann Albert Heinrich Reimarus war von der Technik so begeistert, dass er den Bleidecker Mathias Andreas Mettlerkamp beauftragte, solch einen Blitzableiter auf den Turm von St. Jacobi zu installieren. Und plötzlich war St. Jacobi keine kleine Kirche mehr sondern ein viel bestauntes Beispiel für High Tech aus den USA.

 

Spitze des Blitzableiters vom Zucht- und Spinnhaus in Hamburg; 1918,164; Guntram Lukas; Museum für Hamburgische Geschichte
Prospect der neuen St. Michaelis Kirche während des Blitzeinschlags 1750; Druckgrafik; Franz Nikolaus Rolffsen (1719 - 1802), Zeichner, Stecher; Museum für Hamburgische Geschichte

Hamburger Flughafen (um 1930)

6. Der erste Flughafen

Deutschlands erster Flughafen wurde am 10.01.1911 in Fuhlsbüttel unter dem Namen „Hamburger Luftschiffhallen GmbH“ gegründet. Im 1. Weltkrieg wurde er ausschließlich vom Militär genutzt, erst 1919 startete die „Deutsche Luft-Reederei“ (DLR) eine Verbindung nach Berlin. 1920 wurden bereits 348 Starts und Landungen gezählt. 1928 entstand das erste Terminal und 1955 wurde Hamburg für Jahre sogar zum Heimathafen der Lufthansa.

Flughafen Hamburg (1967); Fotografie; Karl-Heinz Quarder (*1920), Fotograf; Museum für Hamburgische Geschichte

7. Der weltweit erste Zoo ohne Gitter

„Hagenbeck’s Thierpark“ wurde am 7. Mai 1907 in Hamburg Stellingen eingeweiht. Schon im Jahr 1886 hatte der Gründer Carl Gottfried Wilhelm Heinrich Hagenbeck diese Art der Zooanlage erfunden und sogar zum Patent angemeldet: Zum ersten Mal konnten exotische Tiere auf großzügigen Freigehegen in einer annährend artgerechten Umgebung gezeigt werde, Hagenbeck wurde zum Vorbild aller zoologischen Gärten im 20. Jahrhundert.

 

8. Der erste Supermarkt

Im Jahr 1949 wurde von der „Produktion“ (heute „PRO“), der erste deutsche Supermarkt nach US-amerikanischem Vorbild eröffnet. Hamburgs Hausfrauen waren neugierig und irritiert zugleich, denn sie sollten plötzlich die Waren nicht am Tresen kaufen, sondern sie selbst aus den Regalen nehmen: eine Konsum-Revolution, die sich durchgesetzt hat.

9. Die erste moderne Tankstelle

Am 11. August 1927 wurde die erste richtige Tankstelle Deutschlands in der Hudtwalckerstraße eröffnet: Drei Zapfsäulen, „Eiserne Ladys“ genannt, standen unter einem geschlossenem Dach und es gab sogar ein Kassenhäuschen. Für damals eine kleine Revolution, denn zu Beginn des Automobils tankte man noch bei Apothekern. Später kamen Drogisten, Krämer und Gastwirte dazu, die das Benzin aus einfachen Fässern pumpten und sich so ein Zubrot verdienten.

Polo-Spiel in Klein-Flottbek (1909)

10. Der erste Poloclub

Es begann 600 v. Chr. in Persien, Afghanistan und Kaschmir und galt schon bald als Nationalsport: das Polospiel. Der deutsche Delegationsrat in Buenos Aires Ernst von Heintze-Weißenrode lernte das Spiel in Argentinien kennen und lieben und exportierte die Sportart nach Hamburg. Am 3. Januar 1898 war er Mitbegründer des Hamburger Polo Clubs, dem ältesten in Deutschland.