Die schwerste Goldmünze der Welt

Das Gold kam aus Südamerika, die Portugiesen prägten ihn und heute wird er in Hamburg für besondere Verdienste verliehen: der Portugaleser.

Ralf Wiechmann

Die Geschichte des „Portugaleser“ beginnt mit der Entdeckung Amerikas, in deren Folge durch die Konquistadoren zum ersten Mal südamerikanisches Gold auf den europäischen Markt kam. Der koloniale Reichtum der Portugiesen führte zu einer zunehmenden Goldmünzprägung, darunter war auch der von König Emanuel I. (1495 - 1521) in Auftrag gegebene „Portuguez“, die ab 1499 schwerste Goldmünze im Wert von ungefähr 10 Dukaten. Diese repräsentative Münze, die sich besonders gut als Geschenk eignete, fand in Nordeuropa unter dem Namen „Portugaleser“ bald reichliche Nachahmung. Die meisten dieser außerportugiesischen Portugaleser sind jedoch in Hamburg produziert worden. Die ältesten Hamburger Portugaleser sind zwar alle undatiert, sie werden aber dem Münzmeister Johann von Cöln d. Ä. zugewiesen, der in der Zeit von 1553 - 1566 in der hamburgischen Münze arbeitete. Obwohl sie auch für größere Zahlungen Verwendung fanden, spielten sie im normalen Geldumlauf keine Rolle. Sie galten vielmehr als repräsentative Geschenke, dienten häufig eher Schmuckzwecken und wurden zu bestimmten Anlässen verehrt.
Silbermedaille; Silberportugaleser der Stadt Hamburg, 1888. Foto: Tietjen + Co
Bronzemedaille; doppelter Portugaleser auf den Zollanschluß, 1888. Foto: Tietjen + Co

Eine Hamburger Medaille

Da sie nicht der Reichsmünzordnung entsprachen, wurde ihre Prägung eingestellt. Einhergehend mit der Belebung der Nordseeschifffahrt in der Mitte des 16. Jahrhunderts erlebte Hamburg einen ungeheuren wirtschaftlichen Aufschwung, in dessen Folge der Hang zur repräsentativen Prachtentfaltung und damit auch die Portugalesertradition regelrecht aufblühte. Nun waren die Portugaleser allerdings keine Münzen mehr (Zahlungsmittel), sondern lediglich Medaillen (Gedenkprägungen). 1653 wurde von der Hamburger Bank der erste so genannte Bankportugaleser ausgebracht. Seitdem der Bank das Münzwesen von der Stadt übertragen worden war, oblag es ihr, für die Ausprägung der offiziellen Medaillen zu sorgen, deren Erscheinen von der Stadt beschlossen worden war.

Der Begriff „Portugaleser“ hat sich in Hamburg bis in die Gegenwart gehalten, vor allem bei den vom Senat anlässlich von Staatsbesuchen oder Jubiläen vergebenen Medaillen. Der sogenannte Verfassungs-Portugaleser wird beispielsweise zu 40-jährigen Dienstjubiläen in einem dem Goldpreis angepassten Gewicht anstelle eines festgeschriebenen Bargeldpreises vergeben.