Montblanc

Edelfedern für die Welt

Sie sind aus der Szene der Luxusmarken nicht mehr wegzudenken: Füllfederhalter aus dem Hause Montblanc. Seit über 100 Jahren eine Hamburger Erfolgsgeschichte.

Von Matthias Seeberg, STIFTUNG HISTORISCHE MUSEEN HAMBURG

 

Montblanc bietet eine einzigartige Auswahl aus acht verschiedenen Federstärken, von extrafein bis abgeschrägt extrabreit für den Meisterstück 149 Füllfederhalter. Es können aber auch maßgeschneiderte Montblanc Federn in Auftrag gegeben werden. Die Schreibfedern werden ausschließlich aus Gold in unterschiedlichen Abmaßen, Farbtönen und Karätigkeiten hergestellt. Charakteristisch für eine Meisterstückfeder ist die Gravur mit der Zahl 4810 (Höhe des Berges Mont Blanc), der Karatzahl, dem Montblanc Schriftzug und dem Montblanc Emblem.

 

Qualität und Exzellenz

Als sich Konrad Adenauer 1963 anlässlich des Besuches von John F. Kennedy im Goldenen Buch der Stadt Köln eintragen wollte, reichte ihm der amerikanische Präsident mit lässiger Geste seinen Füllfederhalter: ein Meisterstück aus dem Hause Montblanc. Damit hatte sich das elegante Schreibutensil endgültig in einem historischen Augenblick verewigt und das Programm des vor mehr als 100 Jahren gegründeten Unternehmens einen weiteren Höhepunkt erreicht. Qualität, Exzellenz und feinste Handwerkskunst bestimmten von Anfang an den Anspruch an die Produkte der bis heute in Hamburg ansässigen Luxusmanufaktur, der es auf einzigartige Weise gelungen ist, diesen Anspruch mit einem besonderen Raffinement im Marketing zu verbinden. Dieses Programm spiegelt sich auch im Signet der Firma wider, das aus der Welt der Edelmarken nicht mehr wegzudenken ist: Der weiße Stern, der bis heute jedes Schreibgerät aus der Fertigung von Montblanc krönt, steht für die sechs Gipfel des höchsten Berges in Europa. Zwar ist Montblanc als Teil der Richemont Gruppe längst zu einem Global Player geworden, der weltweit mehr als 3.000 Mitarbeiter beschäftigt, doch die Verbindung zur Hansemetropole Hamburg ist nie abgerissen. Heute befindet sich der Sitz der Montblanc Deutschland GmbH im Hellgrundweg in der Nähe des Volksparks. Die Geschichte des Unternehmens begann im Jahr 1906, als der Hamburger Kaufmann Alfred Nehemias und der Berliner Ingenieur August Eberstein auf einer Reise durch die USA unter den neuesten technischen Innovationen auch die des Füllfederhalters entdeckten. Gemeinsam mit dem Schreibwarenhändler Claus Voss gründeten sie nach ihrer Rückkehr im Hamburger Schanzenviertel den ersten Produktionsstandort und legten den Grundstein für eine kometenhafte Entwicklung.

Höchste Handwerkskunst trifft auf moderne Technik: eine Montblanc Feder bei der Prüfung.

 

Das Unternehmen Montblanc

Die Firma Montblanc ist eine weltweit bekannte Edelmarke für Schreibutensilien mit Sitz in Hamburg. Gegründet wurde sie 1906 von dem Hamburger Kaufmann Alfred Nehemias, dem Ingenieur August Eberstein und dem Schreibwarenhändler Claus Johannes Voss im Schanzenviertel. Drei Jahre später ging unter dem Namen „Rouge et Noir“ der erste Sicherheitsfüller in Serie. 1919 eröffnete in Hamburg die erste auf Füllfederhalter spezialisierte Boutique, der recht schnell Filialen in Berlin, Leipzig, Hannover und Bremen folgten. Zwar ist Montblanc als Teil der Richemont Gruppe längst zu einem Global Player geworden, der weltweit mehr als 3.000 Mitarbeiter beschäftigt, doch die Verbindung zur Hansemetropole Hamburg ist nie abgerissen. Heute befindet sich der Sitz der Montblanc Deutschland GmbH im Hellgrundweg in der Nähe des Volksparks.

Kometenhafte Entwicklung

Drei Jahre später ging unter dem Namen „Rouge et Noir“ der erste Sicherheitsfüller in Serie. Der exquisit klingende Titel war vom gleichnamigen Roman des französischen Schriftstellers Stendhal inspiriert, und das elegante Design aus schwarzem Ebonit mit der roten Kappenspitze appellierte von vornherein an eine Kundschaft, die mit dem Schreiben ein Bedürfnis nach individueller Nobilitierung verband. 1910 erhielt das Unternehmen dann seinen wohlklingenden Namen, und im Jahr 1919 eröffnete in Hamburg die erste auf Füllfederhalter spezialisierte Boutique, der recht schnell Filialen in Berlin, Leipzig, Hannover und Bremen folgten.

 

Auch damals voll im Trend der Zeit: Montblanc-Filiale im Jahr 1920

 

Wo alles begann: Außenaufnahme der einstigen Manufaktur in der Sternschanze

Die Meisterstück-Edition

Aufgrund innovativer Marketingstrategien erlangt die Marke „Montblanc“ im Laufe der 1920er Jahre internationale Bekanntheit. Werbekampagnen im Bauhausstil, die sich der Ausstattung von Automobilen mit überdimensionierten Schreibgeräten und sogar den ersten Werbeflugzeugen bedienten, sorgten für große Aufmerksamkeit und steigende Popularität.

So gelang es Montblanc 1924 trotz der gerade erst überstandenen Hyperinflation und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Verwerfungen, erfolgreich die Meisterstück-Edition auf den Markt zu bringen, dessen Modell 149 als berühmteste Designkreation in der Welt der Schreibgeräte gilt. Der Montblanc Meisterstück Füllfederhalter avancierte zum Symbol kultivierten Schreibens und zu einer Ikone des Luxus, die bis heute nichts an ihrer Strahlkraft verloren hat. Seit anno 1929 ziert jede Feder der Meisterstück- Reihe die Gravur „4810“ – eine subtile Reverenz an die damals bekannte Höhe des namensgebenden Schweizer Bergmassivs.


                     Montblanc Hamburg Special Edition Meisterstück 149

Innovatives Marketing: Außenwerbung aus den 1920ern auf einem „Laubfrosch“
Produktion von Montblanc 1930
Entwurf einer Einzelanfertigung im Artisan Atelier
Präzision und Qualitätskontrolle im Artisan Atelier
Bearbeitung einer Füllfederhalterkappe einer limitierten Sonderedition im Artisan Atelier

Die magische „Acht“

Neben der extremen Professionalität in der Fertigung, für die auch heute noch fast 200 Arbeitsschritte erforderlich sind, spricht das besondere Qualitätsmanagement für den ungebrochen hohen Anspruch an die natürlich auch nicht ganz preisgünstigen Meisterstücke: In speziell ausgestatteten Räumlichkeiten werden. die einzelnen Federn von Montblanc-Mitarbeiterinnen eingeschrieben. Mit unsichtbarer Tinte werden immer wieder Achten auf handelsübliches Briefpapier gebracht, um die Perfektion der Federn zu testen. Da beim Schreiben der Zahl acht alle Berührungspunkte der Federn erforderlich sind, lässt sich mit dieser Methode jede Unvollkommenheit erkennen und in der Nachbearbeitung beseitigen.

Wer der bisweilen anstrengenden Tipperei auf dem Smartphone müde ist und sich wieder in der historischen Kunst des Briefeschreibens üben möchte, dem sei dafür ein besonderes Füllermodell aus dem vergangenen Jahr empfohlen: Als Partner der Elbphilharmonie hat Montblanc eine Special Edition des Meisterstücks 149 herausgebracht, deren Kappe aus schwarzem Edelharz und deren rotvergoldete Feder mit den Umrissen von Hamburgs neuestem Wahrzeichen versehen ist. Und beim Eintrag ins nächste wichtige Gästebuch möchte man sich ja nicht mit einem Einwegkugelschreiber blamieren.

Montblanc Meisterstück Special Edition Elbphilharmonie
Historischer Montblanc Meisterstück Füllfederhalter und Kugelschreiber im Etui