Museum der Arbeit | 24.09.2022 Beginn: 18:00 Uhr

„Ihr Kampf ist unser Kampf“: Migrantische Streiks bei Pierburg und Ford 1973

Filmscreening & Gespräch mit Zeitzeug*innen

13. August 1973: Weil sie trotz harter Akkordarbeit in der frauendiskriminierenden „Leichtlohngruppe“ bezahlt werden, starten die migrantischen Arbeiterinnen bei der Firma Pierburg, dem damals größten Vergaserhersteller, für fünf Tage einen „wilden Streik“ – mit Erfolg. Nur wenige Tage später treten am 24. August 1973 auch türkische Arbeiter*innen bei Ford für die Wiedereinstellung entlassener Kolleg*innen in den Streik, dem sich schließlich etwa 8.000 türkische und wenige deutsche Arbeiter*innen anschließen. Allein in diesem Jahr gibt es in der Bundesrepublik Deutschland über 300 spontane Arbeitsniederlegungen ohne gewerkschaftliche Beteiligung.

In ihrem Kompilationsfilm „Pierburg: Ihr Kampf ist unser Kampf“ dokumentieren die beiden Filmemacher*innen Edith Schmidt und David Wittenberg den Streik bei der Firma Pierburg. Das Material wurde während des Streiks von unterschiedlichen Akteur*innen vor Ort gedreht, in Absprache mit den Streikenden montiert und mit eigenen Filmaufnahmen ergänzt. Der Film lief auf zahlreichen Solidaritätsveranstaltungen und diente der Belegschaft und dem Betriebsrat für die Öffentlichkeitsarbeit. Im Fernsehen wurde er nie gezeigt und geriet zunächst in Vergessenheit.

Gemeinsam mit Zeitzeug*innen der Streiks bei den Firmen Pierburg und Ford wollen wir den Film „Pierburg: Ihr Kampf ist unser Kampf“ anschauen und im Anschluss über vergangene „wilde“ Zeiten, Streiks und andere Geschichten der Migration sprechen.

Einführung und Moderation: Aurora Rodonò, Filmkuratorin/Dozentin/Diversity Managerin

Gäst*innen: Josefa Maruccio, Peter Bach und andere Zeitzeug*innen

Im Vorfeld kann von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr eine Führung durch die Ausstellung „Streik! Fotogeschichten von Arbeitskämpfen“ besucht werden. 

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