Altonaer Museum | 20.09.2020 Beginn: 14:30 Uhr

Die Postkarte wird 150! Vorträge zum Jubiläum

Birgit Staack:

150 Jahre Postkarte und die Postkartensammlung des Altonaer Museums. Eine kurze Einführung.

Franziska Schüßler:

Kaiserbegeisterung und Exotismus. Was Postkartensammelalben über ihre Besitzer und ihre Entstehungszeit verraten.

Am Beispiel zweier Postkartensammelalben aus der Sammlung des Altonaer Museums beleuchtet Franziska Schüßler das Thema „Postkartensammeln“ als Freizeitbeschäftigung im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts.  Vorgestellt werden ein Album mit Postkarten aus Ägypten, das von einem ortskundigen französischen Diplomaten angelegt wurde, sowie ein Album mit Bildern der deutschen Kaiserfamilie, dessen Sammlerin eine kaisertreue Schülerin aus Brandenburg war. Diese ermöglichen nicht nur Einblicke in das damals weit verbreitete Sammelverhalten und die Selbstinszenierungsstrategien Kaiser Wilhelms II., sondern auch in das europäische Verständnis vom Eigenen und Fremden während dieser Umbruchperiode.

 


 

Das Postkartenarchiv des Altonaer Museums

Mit einem Bestand von ca. 1,5 Millionen Postkarten ist die Sammlung des Altonaer Museums eine der größten Deutschlands. Die Motive reichen von Stadt- und Landschaftsansichten aus Deutschland und dem Ausland bis hin zu kulturgeschichtlichen Sonderthemen wie Krieg (Feldpost), Schifffahrt, Verkehr, Kunst, Sport, Politik, Erotik, Werbung oder Glückwunschkarten. Der thematischen Ausrichtung des Altonaer Museums entsprechend, richtet sich die heutige Sammeltätigkeit jedoch schwerpunktmäßig auf Altona und Norddeutschland. Einen besonderen Bestand bilden die mehr als 1970 Künstlerpostkarten, d.h. Postkarten mit Originalzeichnungen von Künstlern. Der größte Teil dieser Sammlung stammt aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts und umfasst zahlreiche Werke von Mitgliedern der Künstlergruppe „Die Brücke“. Bereits 1962 wurde unter dem damaligem Direktor Gerhard Wietek die erste Sonderausstellung “Bemalte Postkarten und Briefe deutscher Künstler” zum Thema Künstlerpostkarten im Altonaer Museum organisiert. 1965 folgte die Ausstellung “Die Bildpostkarte in Deutschland, auch ein Spiegel der Kulturgeschichte”, der ein Aufruf nach Leihgaben im Hamburger Abendblatt voran ging. Auch Wieteks Nachfolger Gerhard Kaufmann nahm ab 1978 die Postkarte in Publikationen und Ausstellungen in den Blick. Inzwischen war die Postkartensammlung des Altonaer Museums um zahlreiche Schenkungen erweitert worden.

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