Die Crime Partner (CCCP), CanTwo und Jase, 1988 vor ihren Pieces bei Pein & Pein in Halstenbek. Foto: Fedor Wildhardt, EINE STADT WIRD BUNT

VistapointsPostkarten von Kirchner bis Beuys aus der Sammlung des Altonaer Museums

16. November 2022 bis 29. Mai 2023

Die Postkarte wurde im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zum idealen Kommunikationsmittel einer sich globalisierenden Gesellschaft mit vereinfachtem Informationsaustausch. Sie dokumentiert im Laufe ihrer Geschichte nicht nur touristische Highlights, sondern auch historische Ereignisse, bildet Persönlichkeiten und Kunstwerke ab, verbreitet Ideen von Lebensstilen, Erotik und Poesie.

Bereits 1865 hatte der spätere deutsche Generalpostdirektor vorgeschlagen, eine offen zu befördernde Karte für handschriftliche Mitteilungen zu entwickeln. Der Vorschlag wurde abgelehnt: Offener Text erschien zu jener Zeit noch als unsittlich, da er als Affront gegen das Postgeheimnis und die Privatsphäre verstanden wurde. Offiziell eingeführt wurde die Postkarte schließlich ab 1870. Bis 1905 war jedoch vorgesehen, nur die Bildseite mit Text zu versehen - die Rückseite war der Adresse und der Briefmarke vorbehalten.

Um 1900 entstanden neben den in größeren Auflagen gedruckten Postkarten dann auch einzeln gemalte oder grafisch gestaltete Kunstunikate. Vor allem die Künstlerinnen und Künstler der expressionistischen Gruppe Brücke schickten Anfang des 20. Jahrhunderts selbst gemalte Grußbotschaften bis zu dreimal täglich an ihre Freund*innen, Sammler*innen und Förder*innen, in denen oftmals wurde eine bewusste Opposition zum bürgerlichen Zeitgeist eingenommen wurde. Diese Tradition der Kunstpostkarte hält bis in die Gegenwart an. Neben den Brücke-Mitgliedern spielten und spielen viele Künstlerinnen und Künstler mit dem Medium und entwerfen Kunstkarten als Unikate, die dann jedoch bewusst als Massenmedium verbreitet werden. Andere Künstler nutzen populäre Ansichtskarten als Anregung, um daraus ein einzigartiges Kunstwerk zu erstellen.

In der Ausstellung werden insgesamt 150 Künstlerpostkarten aus der fast 2.000 Exemplare umfassenden Sammlung des Altonaer Museums präsentiert. Darunter sind Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Franz Marc, Anita Rée, Joseph Beuys, Sol LeWitt und Andreas Slominski.

 

Mit freundlicher Unterstützung von

              

Altonaer Museum

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Öffnungszeiten

Montag 10 - 17 Uhr

Dienstag geschlossen

Mittwoch bis Freitag 10 - 17 Uhr

Samstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr

Eintrittspreise

Einzelbesucher: 8,50€, ermäßigt 5€
freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
Gruppenkarte (ab 10 Personen): 6 € pro Person

Führungen/ Gruppenangebote

Buchen Sie für Gruppen oder Schulklassen über den Museumsdienst Hamburg
Tel. 040 428 131 0
info@museumsdienst-hamburg.de
www.museumsdienst-hamburg.de

Sketchnotes. Wort und Bild in Postkartenformat

Sketchnotes sind eine Erweiterung des klassischen Notierens und leicht zu erlernen. Gemeinsam mit der Illustratorin Judith Ganter kommt ihr sicher leicht ins Denken und schafft eure eigenen Werke.

Familienkurs mit der VHS Hamburg

Postkarten gestalten im Altonaer Museum (für Familien mit Kindern ab 9 Jahren). Unendliche Kreativität im Postkartenformat! Anlässlich der Ausstellung „Vistapoints. Von Kirchner bis Beuys“ mit Künstler*innenpostkarten aus der Sammlung des Altonaer Museum wollen wir uns vor Ort mit dem Thema Postkarten befassen. 

In der Ausstellung holen wir uns Inspirationen und haben dann viel Zeit, im Workshopraum unterschiedliche Techniken und Materialien zu erforschen und eigene Postkarten herzustellen. Themen wie zum Beispiel Handlettering, Collage und Farbmischtechniken können dabei ausprobiert werden. Ob Grußkarten oder kleine Kunstwerke für jeden Anlass - eurer Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt! Große und Kleine arbeiten hier mit Spaß zusammen.

Führungen

Im Rahmen einer Führung erkunden Erwachsene, Jugendliche oder Schulklassen die Ausstellung "Vistapoints. Postkarten von Kirchner bis Beuys aus der Sammlung des Altonaer Museums". Die Dauer beträgt 60 Minuten und ist ab 16 Jahren geeignet.

Künstlerpostkarte, Max Pechstein, Variete-Tänzerin, 1910, Foto: Altonaer Museum

 

Künstlerpostkarte, Franz Marc, Schweineherde unter einem Baum, 1913, Foto: Altonaer Museum