Baha Targün mit Megafon am Werkstor von Ford in Köln-Niehl, August 1973, Foto: Gernot Huber

Streik! Fotogeschichten von Arbeitskämpfen

Im Rahmen der Triennale der Photographie Hamburg 2022

ab 21. Mai 2022 bis 3. Oktober 2022

Am Beispiel verschiedener historisch und medial bedeutsamer Arbeitskonflikte soll mit der Ausstellung eine Fotogeschichte der Streiks entstehen, die den Fokus vor allem auf die Beteiligten und ihre Erfahrungen richtet: auf die Akteure, die Aktionsformen, auf Formen der Solidarisierung und auf den Umgang mit Erfolg und Niederlagen. Außerdem sollen der mediale Umgang und die öffentliche Wahrnehmung betrachtet werden. Den Ausgangspunkt der Ausstellung bilden die Streiks, die mit den jeweiligen Strukturkrisen der führenden regionalen Branchen verbunden sind: das Zechensterben in den 1960er Jahren und die Stahlkrise ab den 1980er Jahren im Ruhrgebiet (Besetzung Rheinhausen) wie auch die Werftenkrise in Hamburg („HDW-Besetzung“). Ende der 1960er Jahre begann dann eine wichtige neue Entwicklung in der (deutschen) Streikgeschichte, die heute kaum mehr präsent ist: Ab ca. 1969 gab es hunderte spontaner „wilder“ Streiks einzelner Belegschaften, bei denen sogenannte „Gastarbeiter*innen“ oft eine wichtige Rolle spielten. Die schlechten Arbeits- und Lebensumstände von migrantischen Beschäftigten, die Diskriminierung in den Betrieben und die unzureichende Repräsentanz in den Arbeitnehmervertretungen führten zu massenhaften Arbeitsniederlegungen und Protesten. Die zwei bekanntesten Streiks fanden 1973 bei Ford in Köln und bei dem Autozulieferer Pierburg in Neuss statt. Sie hatten weitreichende Folgen für die Beteiligten, aber auch für das Selbstverständnis der Gewerkschaften. Der Blick soll sich allerdings nicht nur auf regionale Arbeitskämpfe richten, sondern auch international ausgerichtet sein: wichtige Beispiele sind der erbittert geführte Bergarbeiterstreik von 1984 in Großbritannien, die Streikaktionen „illegaler“ migrantischer Arbeitskräfte „sans papiers“ in Frankreich Mitte der 1990er Jahre und der Streik südafrikanischer Bergarbeiter in der Minenregion von Marikana 2012. 

Mit Arbeiten von: Anton Tripp, Manfred Vollmer, Gernot Huber, Michael Kerstgens, Klaus Rose, Bouba Touré, John Harris, John Sturrock, Alon Skuy, Felix Dlangamandla, Hinrich Schultze, Michael Meyborg

 

Gefördert durch 

                   

Museum der Arbeit

Karte aktivieren

Öffnungszeiten

Montag 10 - 21 Uhr

Dienstags geschlossen

Mittwoch bis Freitag 10 - 17 Uhr

Samstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr

Bild

Streikende Minenarbeiter in Marikana, Südafrika, 15. August 2012, Foto Felix Dlangamandla

 
Bild

Baha Targün mit Megafon am Werkstor von Ford in Köln-Niehl, August 1973, Foto: Gernot Huber

Bild

Tägliche Demonstration der streikenden Arbeiter bei Ford, Köln, August 1973, Foto Gernot Huber

Bild

Demonstration im Zuge der Besetzung der HDW-Werft Hamburg, 12.09.1983, Foto: Michael Meyborg

Bild

Demonstration der Sans Papiers von St. Ambroise, 30. März 1996, Foto Bouba Touré

Bild

HDW & MAN-Frauen bei einer Demonstration zum Rathaus, Hamburg, 1983, Foto Michael Meyborg

Bild

Protest gegen die Stilllegung der Zeche Graf Bismarck in Gelsenkirchen, 19. Februar 1966, Foto Anton Tripp-Ruhr Museum Essen

Bild

Streikende Arbeiter der Platinmine von Lonmin in Marikana, 16. August 2012, Foto Alon Skuy

Rahmenprogramm

Führung durch die Ausstellung „Streik! Fotogeschichten von Arbeitskämpfen“
24.09.2022 16:30-17:30 Uhr
Museum der Arbeit

Führung durch die Ausstellung „Streik! Fotogeschichten von Arbeitskämpfen“

Führung durch die Ausstellung „Streik! Fotogeschichten von Arbeitskämpfen“. Eine Ausstellung im Rahmen der Triennale der Photographie...

Mehr erfahren
„Ihr Kampf ist unser Kampf“: Migrantische Streiks bei Pierburg und Ford 1973
24.09.2022 18:00 Uhr
Museum der Arbeit

„Ihr Kampf ist unser Kampf“: Migrantische Streiks bei Pierburg und Ford 1973

Filmscreening & Gespräch mit Zeitzeug*innen der Streiks bei den Firmen Pierburg und Ford wollen wir den Film „Pierburg: Ihr Kampf ist unser...

Mehr erfahren

Angebote für Gruppen und Schulklassen

Buchung und weitere Informationen sowie Führungen für Gruppen, Schulklassen, Studierende, Reisegruppen oder in deutscher Gebärdensprache: Museumsdienst Hamburg, 040 – 428 131 0 oder info@museumsdienst-hamburg.de

 

 

Einführung in der Ausstellung Streik! Fotogeschichten von Arbeitskämpfen

Dauer: 60 Minuten

In der Veranstaltung werden die Fotogeschichten der Arbeitskämpfe anhand ausgewählter Arbeiten vorgestellt.

Museumsgespräch in die Ausstellung Streik! Fotogeschichten von Arbeitskämpfen

Dauer: 60 oder 90 Minuten

Das Gespräch führt durch die Ausstellung bietet vielfältige Perspektiven sowie Raum für Fragen und Diskussionen. Auf Anfrage sind auch Online-Führungen via Zoom buchbar.

Planspiel - Tarifverhandlung für junge Leute

Schüler*innen, Azubis… schlüpfen in die Rollen von Gewerkschafter*innen, Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen und erleben hautnah, wie ein Tarifvertrag entsteht. Ausgerüstet mit allerlei Requisiten wie Trillerpfeifen kann es dabei auch ordentlich laut werden.

Das Angebot gilt für alle Schulklassen ab Jahrgangsstufe 9.
Das Planspiel dauert ca. 3 Stunden.
Vorher oder nachher kann die Streik-Ausstellung besucht werden.
Das Angebot ist kostenfrei.

Um Anmeldung und vorherige Absprache wird gebeten.
DGB Jugend, 040 607 766 139 oder per Mail jugend.hamburg@dgb.de

Bild
Bild

Broschüre zur Ausstellung

108 Abbildungen farbig und s/w

88 Seiten

ISBN 978-3-947178-12-4

9,90 Euro

Herausgegeben von Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Prof. Dr. Rita Müller, Stefan Rahner

Konzept und Idee: Stefan Rahner

Hamburg History Live! © Verlag der Stiftung Historische Museen Hamburg