Connections, Foto: Chris Schwagga, 2020 (Ausschnitt)

100 Jahre Hamburg im Blick100 Jahre Museum für Hamburgische Geschichte

Das 1908 gegründete und am 13./14.08.1922 für das Publikum eröffnete Museum für Hamburgische Geschichte feiert in diesem Jahr ein großes Jubiläum – seinen 100. Geburtstag! Als eines der größten Stadtmuseen in Deutschland repräsentiert das Museum für Hamburgische Geschichte seit 100 Jahren die Geschichte Hamburgs in all seinen Facetten von den Anfängen der Stadtgründung um 800 bis zur Gegenwart.

Das Museum für Hamburgische Geschichte wird in den nächsten Jahren mit Mitteln des Bundes und der Freien und Hansestadt Hamburg umfassend saniert und modernisiert. Ziele der Maßnahmen sind eine deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität bei höchstmöglicher Barrierefreiheit, die Wiederherstellung ursprünglicher Raumkonstellationen, ein verbessertes gastronomisches Angebot mit Außenterrasse und vor allem die komplette Neugestaltung der über drei Geschosse reichenden Dauerausstellung. Dazu gehört das Bekenntnis zur Transparenz und Offenheit für Themen, die die Hamburger Stadtgesellschaft bewegen. Zum Zweck der Modernisierung wird das Museum die Dauerausstellung ab 2023 für einige Jahre schließen müssen, bevor sich diese in neuem Gewand 2027 wieder der Öffentlichkeit präsentiert.

Doch bevor es soweit ist, möchte das Museum seinen 100. Geburtstag im Jahr 2022 gebührend feiern. Neben einem dichten Ausstellungsprogramm, zahlreichen Veranstaltungen, die dem beigefügten Flyer entnommen werden können, und dem großen Jubiläumsfest am 28. August, erscheint eine umfangreiche Publikation zum Jubiläum im Sandstein-Verlag, die ab Mitte August im Handel oder unserem Museumshop erhältlich ist.

Museum für Hamburgische Geschichte

Karte aktivieren

Öffnungszeiten

Montag 10 - 17 Uhr
Dienstags geschlossen
Mittwoch bis Freitag 10 - 17 Uhr
Samstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr

Jubiläumsausstellungen

Eine Stadt wird bunt
02.11.2022 - 31.07.2023
Museum für Hamburgische Geschichte

Eine Stadt wird bunt

Hamburg Graffiti History 1980-1999. Ein besonderer Einblick in eines der spannendsten Kapitel der...

Mehr erfahren

Festschrift

Buchcover: 100 Jahre Museum für Hamburgische Geschichte. 1922 - 2022

100 Jahre Museum für Hamburgische Geschichte

1922–2022

Herausgegeben von Hans-Jörg Czech; Stiftung Historische Museen Hamburg; Bettina Probst; Museum für Hamburgische Geschichte
304 Seiten, 278 meist farbige Abb.
28 x 24 cm, Festeinband
Erscheinungsdatum 13.8.2022
ISBN 978-3-95498-704-7
34,90 € im Museumsshop 
48 € im Buchhandel
 

Senatsempfang im Hamburger Rathaus

Hier finden Sie die Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher.

Fotos: Sinje Hasheider

Prof. Bettina Probst überreicht die Festschrift an den Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher

Dr. Carsten Brosda, Dr. Dorothee Stapelfeldt, Dr. Peter Tschentscher, Prof. Bettina Probst, Prof. Dr. Hans-Jörg Czech

100 Jahre Museum für Hamburgische Geschichte

– die Historie

Das Museum für Hamburgische Geschichte ist eines der vier Haupthäuser der Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH) und gehört zu den größten stadthistorischen Museen Europas. Im Mittelpunkt der aktuellen Dauerausstellung steht die Hamburger Stadtgeschichte, die einen Bogen vom Jahr 800 bis in die Gegenwart spannt. Die in weit mehr als einem Jahrhundert ständig gewachsene Sammlung umfasst ca. 530.000 kulturgeschichtliche Objekte, darunter Grafiken, Gemälde, topografische Modelle, Möbel, Textilien und Münzen. Die wichtigsten Themenbereiche des Museums, dessen Angebot sich an Menschen aus Hamburg und an touristische Gäste der Stadt gleichermaßen wendet, bilden die Wirtschafts-, Technik-, Sozial- und Verkehrsgeschichte sowie das jüdische Leben in Hamburg.

Bild

Museum für Hamburgische Geschichte

Schon vor knapp 200 Jahren bemühten sich Bewohner der Stadt, wertvolle Zeugnisse ihrer Geschichte für die Zukunft zu sichern. So wurde der 1839 gegründete Verein für Hamburgische Geschichte zur Keimzelle einer Sammlung, in der man architektonische Details von wertvollen Häusern, die beim Großen Brand von 1842 zerstört oder in späterer Zeit abgerissen wurden, ebenso aufbewahrt wie Bilder, Kunstwerke, Dokumente und Alltagsgegenstände. Seit 1849 waren diese Bestände als halbstaatliche Sammlung Hamburgischer Altertümer im Keller des Johanneums untergebracht. Die Gründung eines eigen stadthistorischen Museums wurde bereits ab 1884 von Hamburger Persönlichkeiten wie Hans Speckter oder Alfred Lichtwark gefordert. 1906 beschloss der Senat dann die Gründung eines Museums für Hamburgische Geschichte und berief 1908 Otto Lauffer zum ersten Direktor, der das Haus bis 1946 leitete. Sein Nachfolger Walter Hävernick prägte mit einer chronologischen statt thematischen Ordnung der Sammlung und einer Neuausrichtung auf die Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte Hamburgs das Gesicht des Museums in der Nachkriegszeit. 1976 wurde Jörgen Bracker zum Direktor berufen und hatte dieses Amt bis 2001 inne. Ihm folgte als Direktorin Gisela Jaacks, die seit 1971 im Haus gearbeitet hatte. Von 2008 bis 2015 stand das Museum unter der wissenschaftlichen Leitung von Lisa Kosok, die vorher das Museum der Arbeit geleitet hatte. Nach Hans-Jörg Czech, der das Museum von 2016 bis 2019 leitete, und heute als Vorstand und Direktor der Stiftung Historische Museen Hamburg tätig ist, wurde zum 1. November 2020 Bettina Probst zur Direktorin des Museums berufen.

Seit 1985 wird das Museum vom Verein der Freunde des Museums für Hamburgische Geschichte e. V. unterstützt. Seiner Initiative verdankt es unter anderem die Vollglasüberdachung des Innenhofs, der hierdurch als attraktive Veranstaltungsfläche für Eröffnungen, Konzerte und Kinoabende genutzt werden kann.

100 Jahre Museum für Hamburgische Geschichte

– die Gebäude

Auf einem unweit des Millerntors in den ehemaligen Wallanlagen gelegenen Areal errichtete Hamburgs Oberbaudirektor Fritz Schumacher von 1913 bis 1922 eines der großartigsten Museumsgebäude des frühen 20. Jahrhunderts. Da Schumacher Details historischer Bauwerke – sogenannte Spolien –in das Tageslichtmuseum integrierte, ist allein schon das Gebäude selbst ein Denkmal der Hamburgischen Geschichte. Unter anderem konnte das 1604/05 von Georg Baumann geschaffene Südportal der im Hamburger Brand 1842 zerstörten Hauptkirche St. Petri in den großen Innenhof versetzt werden, der heute von einer beein-druckenden Glasdachkonstruktion überspannt wird. Am Ort des Museums befand sich die im 17. Jahrhundert vom Festungsbaumeister Valckenburgh errichtete Bastion Henricus als Teil der barocken Hamburger Wallanlagen. Nach dem Schleifen der Wallanlagen wurde im tieferliegenden Gelände um die Bastionen der Park Planten un Blomen errichtet. Schumacher schuf bereits 1909 die ersten Entwürfe für das neu zu errichtende Museumsgebäude. 1913 begannen die Bauarbeiten, die jedoch 1916 inmitten des Ersten Weltkriegs unterbrochen wurden. Nach der Wiederaufnahme der Bauarbeiten nach dem Ende des Krieges konnte das Museum dann im Jahr 1922 eröffnet werden. Eine Besonderheit des Gebäudes sind die in der Fassade, im Außengelände wie auch innerhalb der Ausstellungsräume aufgenommenen Spolien - Architekturfragmente ehemaliger Bürger- und Staatsbauten. Die Bauteile zählen zum ersten Sammlungsbestand des Hauses und wurden vor allem im 19. Jahrhundert nach großen städtebaulichen Einschnitten, wie dem Großen Brand von 1842, dem Bau der Speicherstadt ab 1883 oder dem Abbruch der Gängeviertel, gerettet. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile des Gebäudes in mehreren Luftangriffen zerstört, ein Großteil der Sammlungen konnte jedoch rechtzeitig ausgelagert werden. 1946 wurde das Haus als letztes Hamburger Museum nach dem Krieg wieder eröffnet. Seit 1976 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. 1989 konnte der L-förmige Innenhof des Gebäudes dank des Engagements des Vereins der Freunde des Museums für Hamburgische Geschichte mit einem beeindruckenden Glasdach versehen werden, dessen Konstruktion vom Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp) entworfen wurde. Der atmosphärisch einmalige Innenhof des Museums kann nach einer im Sommer 2018 abgeschlossenen Sanierung des Glasdachs für verschiedene Veranstaltungsformate genutzt werden.

Bild
Bild

Der Zunftsaal des Museums für Hamburgische Geschichte, Fotografie, 1922, MHG, Inv.-Nr. EB 1926,718

Bild
Bild
Bild

Ein Saal der Schifffahrtsabteilung, Fotografie 1952. MHG, Inv.-Nr. 2011-556

Bild

100 Jahre Museum für Hamburgische Geschichte

– die Zukunft

In den kommenden Jahren wird das Museum für Hamburgische Geschichte nach mehrjähriger Vorbereitung baulich und inhaltlich umfassend modernisiert. Bereits 2015 wurden dafür 18 Millionen Euro an Bundesmitteln und weitere 18 Millionen Euro von der Freien und Hansestadt Hamburg zur Verfügung gestellt.

Das von 1913 bis 1918 nach Plänen des Architekten Fritz Schuhmacher errichtete und 1922 unter dem Gründungsdirektor Dr. Otto Lauffer eröffnete Museum steht seit 1976 unter Denkmalschutz. Die Gründung war Ausdruck eines starken bürgerschaftlichen Engagements in der Hansestadt und ging auf die Sammlung Hamburgischer Altertümer des 1839 gegründeten Vereins für Hamburgische Geschichte zurück, der den Bau und die Einrichtung des Museums anregte und den Grundstein für die umfangreiche, heute mit rund 530.000 Objekten zu beziffernde Sammlung legte.

Nach nunmehr 100 Jahren sind die infrastrukturellen Einrichtungen und Zugänge des Museums nicht mehr mit den Anforderungen an ein modernes und barrierefreies Haus vereinbar. Aus diesem Grund wird in den kommenden Jahren eine umfassende Sanierung und Modernisierung durchgeführt. Ziele der Maßnahmen sind eine deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität und ganz besonders die Vermittlung von Offenheit und Transparenz sowie das Bekenntnis zu Vielfalt und Teilhabe an Themen, die die Hamburger Stadtgesellschaft bewegen. Um seine Rolle als bedeutendes und zukunftsweisendes Haus weiter erfüllen zu können, müssen allerdings nicht nur notwendige und zeitgemäße Veränderungen am und im Gebäude, sondern damit einhergehend auch eine völlige inhaltliche Neugestaltung der Dauerausstellung erfolgen.

Beginnend im ersten Obergeschoss wird die Dauerausstellung künftig eine Fläche von mehr als 5.000 Quadratmetern einnehmen. Ein chronologisch-thematischer Rundgang soll mit ausgewählten Schwerpunkten der Hamburger Stadtgeschichte und Stadtentwicklung einen Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart spannen. Des Weiteren soll die Etablierung von verschiedenen Erzählsträngen, die sich durch die Geschichte hindurchziehen, eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören z.B. die Geschichte des jüdischen Lebens in Hamburg, die Geschichte des Kolonialismus, aber auch die der Musik, der Medien- und Meinungsvielfalt oder des Vergnügens in der Stadt. Im zweiten Obergeschoss werden ausgewählte Themen und Akteure im Vordergrund stehen, die zur Identität der Hansestadt und ihrer diversen Stadtgesellschaft beigetragen haben bzw. noch beitragen. Hier geht es weniger um die Geschichte(n) in Form einer chronologischen Entwicklung und Erzählung mitsamt unterschiedlicher Positionen und Perspektiven, sondern vielmehr um gesellschaftliche Bezüge in Geschichte und Gegenwart und nicht zuletzt um Horizonte in der nahen Zukunft. Im dritten Obergeschoss sollen schließlich die bei Jung und Alt beliebte Modelleisenbahn und die Verkehrsgeschichte eine neue Heimat im Museum finden.

100 Objekte aus über 1000 Jahren Hamburger Geschichte

 

001 – Der Hamburger Lukaspokal von 1857

Der Lukaspokal von 1857 ist eines der letzten materiellen Zeugnisse des Hamburger Künstlervereins von 1832 und repräsentiert ein zentrales Kapitel der Hamburger Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts. Der mit beziehungsvollen Darstellungen und Inschriften versehene Willkommpokal des von namhaften Hamburger Malern und Bildhauern gegründeten Künstlervereins von 1832 orientiert sich in seiner Gestaltung an den Goldschmiedearbeiten der Renaissance und gilt als ein exquisites Beispiel des Historismus.

005 - Pektoralkreuz mit Christus in der Ärmeltunika, spätes 10. / frühes 11. Jahrhundert

Neben einer Kreuzfibel aus dem 9. Jahrhundert ist dieses Pektoralkreuz das älteste Symbol christlichen Glaubens in Hamburg.

009 - Kopf einer "Törichten Jungfrau", um 1250

Das Fragment gehört zum ältesten in Hamburg erhaltenen Skulpturenensemble: 15 Figuren, die von einer aus Dreipassbögen gebildeten Arkade umrahmt wurden und sich an der Chorschranke des Hamburger Doms befanden. Das von Jesus von Nazareth erzählte sogenannte Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen (Matthäus 25,1–13 EU) beschäftigt sich als Parabel mit der Vorbereitung auf das Reich Gottes. Die unbewussten (törichten) Jungfrauen haben nicht genug Bewusstsein (Öl), um gegenwärtig zu bleiben (ihre Lampen am Brennen zu halten). Sie verpassen somit das Jetzt (den Bräutigam) und können nicht zur Erleuchtung (Hochzeitsfest) finden.

>>>mehr

013 - Binnenalster mit Stadtpanorama, unbekannter Fotograf, 1865

Hamburg war einst das Brauhaus der Hanse. In Zeiten als es noch keinen Tee und keinen Kaffee gab, galt Bier als eines der Grundnahrungsmittel. Mit weit geringerem Alkoholgehalt als heute, war es das „flüssige Brot“ des Alltags. Die Schauenburger Grafen, die Stadtherren Hamburgs ließen 1195 und ein weiteres Mal 1235 die Alster aufstauen, um Kornmühlen zu betreiben. Es entstand der noch immer das Stadtbild beherrschende Stausee der Alster.

017 - Goldgulden aus Hamburg, 1435

Kaiser Sigismund gestattete 1435 Hamburg zum ersten Mal, goldene Münzen zu prägen. Diese zeigen, wie vom Reich vorgeschrieben, auf der Vorderseite den Reichsapfel und den Namen des Kaisers, auf der Rückseite Petrus mit dem Namen der Stadt.

021 – Ilsabenbecher, vor 1519

Der Prunkbecher einer Hamburger Familie wurde später mit der Deckelfigur der hl. Elisabeth und dem Schriftband am Fuß verziert und dem Hospital St. Elisabeth gestiftet. Er diente lange dem Kollegium der Oberalten als Wahlurne.

025 - Portal vom alten Hamburger Rathaus, 1601

„Gute Verteidigung sichert Sieg und Frieden, Voraussetzung für Wohl und Reichtum der Stadt“ verkünden die Figuren am Portal des 1842 zerstörten Rathauses: Viktoria mit dem Siegeskranz und zwei Soldaten neben wappenhaltenden Löwen. Hier ist das Ganze auf einer Zeichnung von 1895 zu sehen.

029 – Astrolabium, 1608

Das astronomische Gerät zur Bestimmung von Positionen und Zeiten, wie zum Beispiel Aufgang, Untergang oder Kulmination von Himmelskörpern, wurde auch als Messgerät in der Schifffahrt eingesetzt.

033 - Becher der Bierbrauer-Brüderschaft, 1671-73

Hamburg besaß als früheres Brauhaus der Hanse natürlich eine Bierbrauer-Brüderschaft. Der silberne Becher hat auf dem Boden zwei Marken als Nachweis für seine Qualität: das Beschauzeichen, mit dem der Ältermann des Goldschmiedeamts die Qualität des Silbers bestätigte (Wolff Heinrich Dick, amtierte zwischen 1671 und 1673), sowie das Zeichen des Silberschmieds (Matthias Volterman).

037 - Schenkkanne der Bürgerkapitäne, Paulus Schütte (1656–1712), 1690

Vom Silberschatz des zum Militär gehörenden Kollegiums der Bürgerkapitäne sind nur noch zwei Stücke bekannt: diese Schenkkanne und eine Schale für Branntweinkaltschale (1736). Verwendet wurde das Gerät zum jährlichen „Freudenmahl“.

041 – Hamburger Hafenkneipe, 19. Jahrhundert

Die Rekonstruktion einer typischen Hafenkneipe ist Teil der aktuellen Dauerausstellung des Museums. Mit Galionsfigur und anderem maritimen Inventar ist hier die Atmosphäre zu erleben, wie sie in den noch verbliebenen echten Hafenkneipen nur noch selten zu erleben ist.

045 - Georg Koppmann, Haus Pferdemarkt, 1881

Frühzeitig konzentrierte sich Georg Koppmann auf Architekturfotografie und war damit erfolgreich. So wurde er auf der Wiener Weltausstellung 1873 für seine Aufnahmen ausgezeichnet. Im folgenden Jahr übertrug ihm die Hamburger Baudeputation die Aufgabe, den Wandel des Stadtbildes fotografisch festzuhalten. Dabei sollte sowohl der alte wie der neue Zustand festgehalten werden. Auf diese Weise entstanden allein für die Ingenieurabteilung der Baudeputation etwa 3000 Aufnahmen. Die durchgängig hohe Qualität erheben diese Fotografien zu bedeutenden Zeugnissen des stadträumlichen Wandels.

>>>mehr

49 – Gesellschaftskleid, 1770

Das dreiteilige Kleid mit zugehöriger weit ausgestellter Jacke ist mit verschiedenen Blumen in bunten Farben auf hellviolettem Grund bestickt. Der Rücken ist in charakteristischer Weise in Falten gelegt.

053 - Maklerstäbe von Josua Israel Brandon, Jürgen Daniel Christian Büller, Christoph Conrad Wolff, 1799

Börsenmakler vermittelten Waren, Schiffe, Versicherungen, Immobilien, Geld und Wechsel. Dafür erhielten sie einen Stab, der nach Beendigung der Tätigkeit an das Commercium zurückgegeben wurde. Auf dem Knauf war das Hamburger Stadtwappen und der Name des Maklers mit Jahreszahl vermerkt.

057 - Stubenschild der Bruderschaft der fremden Maurergesellen, 1803

Nach ihrer Lehre gingen Maurergesellen auf Wanderschaft und traten einer Bruderschaft bei, die sie in fremden Städten unterstützte. In Hamburg finanzierten sie ein neues Stubenschild, das mit zwei Nixen und Werkzeugen der Maurer verziert ist. Es hing in der Gesellenstube des Amtshauses.

061 – Schiffsexplosion bei Neumühlen 1622, Kupferstich

Genau vor 400 Jahren explodierte am 2. Juli 1622 das vermeintliche Waffenschmugglerschiff HILLIGHEN GEORG mit damals modernsten Handfeuerwaffen in Neumühlen, unmittelbar neben dem Hamburger Museumshafen. Was die Ursache und die Hintergründe der Explosion waren, ist bis heute nicht aufgeklärt.

065 - Porträt der Familie Ruperti, Ludwig August Franz Aumont (1805–1879), 1835

Das Bild zeigt Justus Ruperti und seine Frau Pauline auf der Veranda des Landhauses von Paulines Vater, Heinrich Johann Merck, im selben Jahr erbaut von Franz Gustav Forssmann, das sich an der Landstraße nach Horn befand.

069 - Zweiräumige möblierte Puppenstube, um 1860

Diese Puppenstube zeigt im Kleinen die bürgerliche Einrichtung der Großen: ein Wohnzimmer mit Sofa und ovalem Tisch und ein Musikzimmer mit Klavier und Weihnachtsbaum. Mädchen erlernten spielerisch ihre spätere Rolle als Ehefrau, zu der auch das Spielen eines Musikinstruments gehörte.

 

073 - 150-Tonnen-Kran am Segelschiffhafen, G. Koppmann & Co., 1888

Der Drehscheibenkran am Segelschiffhafen war nach Indienststellung 1888 der größte Kran der Welt (Hubkraft 150 Tonnen, Gewicht ohne Ballast 245 Tonnen, mit Ballast bis zu 495 Tonnen) – ein technisches Zeugnis für Hamburgs Aufstieg zu einem Ort der frühen Globalisierung.

 

077 - Hamburger Hafen vom Amerikahöft gesehen, Hans Bohrdt (1857–1945), 1900

Dramatisiert mit aufgewühltem Wasser, dampfenden Schiffsschornsteinen und regem Verkehr auf der Elbe zeigt der Marinemaler den Hamburger Hafen vor einem Teil der Stadtsilhouette mit Kaispeicher A ("Kaiserspeicher") und St. Michaelis. Ein derartiger Schiffsverkehr ist vor der heutigen Elbphilharmonie gar nicht mehr denkbar.

 

081 - Dompartie auf dem Heiligengeistfeld, Eduard Niese, 1894-1895

Der Hamburger Werbe- und Dekorationsmaler Eduard Niese hielt auf seinen Gemälden vorrangig Szenen aus dem Alltagsleben der Hamburger am Ende des 19. Jahrhunderts fest. Sein Bild von der Dompartie vermittelt einen sehr guten Eindruck von den damaligen Attraktionen des Vergnügungsortes.

>>>mehr

085 - Kinderrock aus einer NS-Fahne, 1945

Not macht erfinderisch: Dieser rote, mit einer Blumenbordüre in Schwarz-Weiß geschmückte Rock ist nach Angabe der einstigen Besitzerin im Jahr 1945 aus einer Fahne genäht worden, von der das Hakenkreuzmedaillon abgetrennt worden war.

>>>mehr

089 - Helm eines Hamburger Oberzollkontrolleurs, um 1900

Mit Beitritt Hamburgs zum Deutschen Zollverein 1888 wurden auch die Uniformen der Zollbeamten jenen der anderen Bundesstaaten angeglichen und erhielten die preußische Pickelhaube mit Hamburger Staatswappen. Dieser Helm wurde um 1900 von einem hamburgischen Oberzollkontrolleur getragen.

093 - Schloss und Türdrücker vom Elbschlosskeller, 1950

Das alte Schloss der Hamburger Kneipe Elbschlosskeller kam während des Lockdowns in Hamburg während der Corona-Pandemie ins Museum. Die Kneipe auf St. Pauli war zuvor stets rund um die Uhr geöffnet. Während der Lockdowns 2020 musste auch sie schließen – und dafür ein neues funktionstüchtiges Schloss kaufen.

097 - Diesellokomotive Hamburger Hafenbahn Nr. 221, 1963

Die in Dortmund gebaute Rangierlok (Fabrik-Nr. 26261) war bis 1997 im Dienst, ist noch fahrbereit und mit 140 PS bis zu 25 km/h schnell. Sie wird vom Verein Freunde der historischen Hafenbahn betreut und ist auf dem Gelände des Deutschen Hafenmuseums (im Aufbau) – Schuppen 50A zu sehen.

002 – Mithrashand (Gerichtshand), 200 bis 300 bzw. 1400 bis 1600

Die im Mittelalter als Amtszeichen verwendete Hand wurde ca. 1890 beim Ausbaggern der Alster gefunden. Sie stammt aus einem süddeutschen römischen Mithräum, einem Kultraum für den Mithraskult, der im Römischen Reich vor der Durchsetzung des Christentums weit verbreitet war.

006 - Ulfberht-Schwert (Fragment),  spätes 10. / frühes 11. Jahrhundert

Die Klinge des bei Baggerarbeiten in der Elbe gefundenen Schwertes trägt beidseits die Inschrift „+VLFBERH+T“. Die Silbereinlagen der Parierstange in einem südskandinavischen Tierstil passen zur besonderen Qualität der Klinge. Sie verweist auf die hohe gesellschaftliche Stellung des Besitzers.

010 - Scherben des Papst-Grabmals im Hamburger Dom, 1275 bis 1300

Dem in der Hamburger Verbannung 965 gestorbenen Papst Benedict V. wurde später zur Erinnerung ein Grabmal im Dom errichtet. Obwohl es zu den touristischen Sehenswürdig-keiten Hamburgs gehörte, wurde es Ende des 18. Jahrhunderts abgetragen.

014 - Menschlicher Schädel ("Störtebeker-Schädel"), um 1400

Der Schädel wurde 1878 bei Erdarbeiten auf dem Grasbrook, Hamburgs mittelalterlichem Hinrichtungsplatz, gefunden. Weil nach dem lübischen Recht alle Seeräuber geköpft werden sollten, wurde dieser Schädel mit dem Piraten Störtebeker in Verbindung gebracht. Das ist aber nicht bewiesen – fest steht nur, dass es sich um einen Schädel aus der Zeit um 1400 handelt.

018 - Adolf IV. von Schauenburg im Sarkophag, um 1450

Die Schauenburger waren von 1111 bis 1459 Grafen von Holstein und Stormarn und Stadtherren Hamburgs. Die erste große Ausbauphase der Stadt fiel in die Zeit Adolfs III. und seines Sohnes Adolf IV. (vor 1205–1261), aus dessen Klostergründung St. Maria Magdalenen dieses Bild stammt.

022 – Börsenlöwe, 1558

Der steinerne Löwe hält einen Lederbeutel, das Wappensymbol der Antwerpener Börse wie auch der Hamburger Tuchhändler. Er befand sich mit anderen Löwenfiguren seit 1558 auf einem Platz am Ostufer des Nikolaiviertels neben der Trostbrücke vor der Börse, dem Ort regelmäßiger Versammlungen von Kaufleuten.

026 - Kaiserfigur vom alten Hamburger Rathaus, 1601

Die als Spolien im Gebäude des Museums – hier an der  Nordwest-Fassade – eingebauten Kaiserfiguren des Hamburger Rathauses an der Trostbrücke waren nicht nur Fassadenzier. Sie zeigten, dass Hamburg seit 1618 eine freie Reichsstadt und nur dem Kaiser verpflichtet war, auch wenn der dänische König dies erst 150 Jahre später anerkannte.

030 - Portugiesischer Deckelkrug, 1635

Mit dem Erstarken des Atlantikhandels im 16. Jahrhundert wurden die Verbindungen von Hamburg nach Lissabon enger. An der Mündung des Tejo wurden Handelsgüter des Nahen und Fernen Ostens, aus Afrika und Brasilien umgeschlagen. Neben zahlreichen anderen Produkten zählten auch Fayencekrüge dazu.

034 – Radschlossgewehr, Andreas Zarerstorff, Ingolstadt um 1685

Die Verzierungen von Kolben und Schaft des Gewehrs mit Elfenbeineinlagen in Form von Hunden, Hasen, Bäumen und Grotesken zeigen, dass diese Prunkwaffe als Jagdgewehr Verwendung fand.

038 - Modell des Salomonischen Tempels, 1680 bis 1962

Dieses in seiner Größe und seiner Detailtreue beeindrucke Modell des Salomonischen Tempels wurde ursprünglich für eine Aufführung in der Hamburger Oper geschaffen. Der unter König Salomo errichtete erste Tempel in Jerusalem war als Aufbewahrungsort der Bundeslade das wichtigste jüdische Heiligtum. Er ist nur aus schriftlichen Überlieferungen bekannt.

 

042 - Bierkrug mit Aufschrift "Vivat Hamburg 1715"

Im Mittelalter wurde Bier noch vorwiegend aus Stangengläsern getrunken. Erst seit dem 16. Jahrhundert setzten sich Bierkrüge durch. Ihre Herstellung ging einher mit dem von der Obrigkeit festgesetzten Bierpreis, der nach einer Standardisierung der Krüge verlangte.

046 – Medaille auf den Brand der Michaeliskirche, Paul Heinrich Goedecke (+1763), 1750

Viele wichtige Ereignisse der Stadtgeschichte wurden von namhaften Medailleuren im Medaillenbild festgehalten. So auch der Brand der Michaeliskirche im Jahr 1750 -  ausgelöst durch einen Blitzschlag.

050 - Wachsbüste von Michael Richey, 1774

Auch das 18. Jahrhundert begeisterte sich für Wachsfigurenkabinette. Lebensecht mit weißer Perücke schaut Michael Richey (1678–1761) in die Ferne. Der Gelehrte war Rektor des Akademischen Gymnasiums und schrieb das erste Wörterbuch zum Hamburger Platt.

054 - Sonnenuhr mit Kompass, um 1800

Die Taschensonnenuhr aus Nürnberg zeigte dem Reisenden bei Sonnenschein die aktuelle Uhrzeit, der Kompass wies den rechten Weg. Wichtig war hierbei, mit dem Seidenfaden den richtigen Breitengrad im Innendeckel einzustellen.

058 - Zeichnung zweier Frauenköpfe im Stammbuch von Johann David Hartmeyer, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (1751–1829), 1807

Als der Maler Tischbein ins Stammbuch des Hamburger Weinhändlers Hartmeyer (1754–1833) zeichnete, hielt er sich bereits in Eutin auf. Seine Zeit mit Goethe in Italien lag Jahre zurück. Stammbücher waren damals Zeichen der Verbundenheit mit Freunden.

>>>mehr

062 - Hamburger Börse, Jes Bundsen (1766–1829), 1823

Jes Bundsens Blick in die Hamburger Börse zeigt eine Besonderheit: Der Maler verweist mit den beiden Männern am linken Bildrand auf die Hamburger Juden, denen die Ausübung des Maklerberufs gestattet war. Ihre Positionierung spiegelt rechtliche Benachteiligungen, aber auch Misstrauen und Klagen gegen sie.

>>>mehr

066_1 - Brand der Nikolaikirche 1842, Hans Detlev Christian Martens (1795–1864), 1842

Hamburgs Großer Brand im Mai 1842 zerstörte etwa ein Drittel der bebauten Stadt. Im Zentrum des Gemäldes steht die rauchende Ruine der Hauptkirche St. Nikolai. Links ist der Brand abgeklungen, rechts wird er durch den Wind weiter angefacht.

 

066_2 - St. Nikolai vor dem ersten Einsturz, Lithografie von Otto Speckter

Der verheerende Große Brand von 1842 zerstörte das mittelalterliche Hamburg fast komplett. Unter den Schäden war auch die Kirche St. Nikolai.

070 - Hamburger Hopfenmarkt, Charles Fuchs (1803–1874), um 1861

Diese wohl von Theobald Riefesell (1836–1895) kolorierte Aufnahme von Charles Fuchs zeigt den Hamburger Hopfenmarkt und den im Bau befindlichen Turm der nach dem Brand von 1842 in neogotischen Formen neu errichteten Nikolaikirche. Kolorierte Fotografien waren damals sehr teuer und sind daher selten.

074 - Bürgermeister Dr. Versmann, Photographisches Atelier E. Bieber, 1887-99

Der Hamburger Bürgermeister Johannes Versmann (1820–1899) hatte entscheidenden Anteil daran, dass Hamburg im Zuge des Zollanschlusses an das Deutsche Reich 1888 als Ausgleich ein Freihafenareal mit Zollfreiheit erhielt.

078 - Brandruine der Hauptkirche St. Michaelis, Wilhelm Weimar, 1906

Am 3. Juli 1906 versank Hamburgs geliebtes Wahrzeichen aufgrund eines Brandes in Schutt und Asche. Wilhelm Weimars genaue Innenaufnahmen der Hauptkirche St. Michaelis trugen maßgeblich dazu bei, dass die Kirche nach ihrer Zerstörung größtenteils wieder in ihren ursprünglichen Formen aufgebaut wurde.

082 - Gastwirtschaft und Frühstückslokal Passel am Rödingsmarkt in Hamburg, Fotopostkarte, um 1900

Holsten-Bier und bürgerlicher Mittagstisch – so warb das Frühstückslokal Passel am Rödingsmarkt um die Jahrhundertwende für sein Angebot.

086 - Modell des Krankenautos Marke Protos, 1924 bis 1927

Die Autos des Berliner Herstellers Protos galten als sehr zuverlässig. Der Typ C 1 wurde 1924–1927 als Oberklassewagen produziert, hatte 45 PS und eignete sich auch gut als Krankenwagen. Er wurde auch in Hamburg eingesetzt.

090 - Bierkutscher in Hamburg, Germin, 1937

In den späten 1930er Jahren noch ein vertrautes Bild im öffentlichen Verkehr: die Bierkutscher, von den Geschäfte und Kneipen beliefert wurden.

094 – Die Tattoo-Legende Christian Warlich auf St. Pauli – diverse Motive

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebt die Praxis der Tätowierung in der westlichen Welt eine regelrechte Blüte. In Metropolen wie London, New York und anderen großen Hafenstädten haben renommierte Tätowierer Mühe, die große Nachfrage aus allen Gesellschaftsschichten zu bedienen. Ein Protagonist dieser Zeit ist der Hamburger Tätowierer Christian Warlich, der seinem Handwerk ein halbes Jahrhundert, von der frühen Weimarer Republik bis zu seinem Tod 1964, auf St. Pauli nachgeht. Er lässt sich durch die Formensprache asiatischer Tätowierungen und von amerikanischen Motiven inspirieren, die auch auf lebenden Bildträgern wie Seemännern nach Hamburg kommen. Nach wie vor beeindruckt sein Schaffen Tätowierer und Tattoo-Begeisterte auf der ganzen Welt. Hierbei kommt dem „König der Tätowierer“ der Status einer Kultfigur zu. Sein Nachlass ist Teil der Museumssammlung und war 2018 Gegenstand einer großen Sonderausstellung.

>>>mehr

098 – Rekonstruktion eines WG-Zimmers, 1970er Jahre

Jede Zeit hat ihr typisches Interieur. In dem rekonstruierten WG-Zimmer der 1970er Jahre in der Dauerausstellung des Museum kann man dem Geist dieser Zeit nachspüren – mit Blümchen-Tapete, dem Stuhlbelag aus Flokati und dem Che-Guevara-Poster.

003 – David Kindt, Isabeau Amsinck (1583-1662)

Isabeau (Isabella) de Hertoghe war die spätere Ehefrau des Hamburger Kaufmanns Rudolf Amsinck. Im Jahr 1604 wurden beide vom dem Hamburger Barockmaler David Kindt porträtiert.

007 - Zweihenkeliger Kugeltopf mit Spundloch, 1150 bis 1250

In dem etwa sechs Liter fassenden Kugeltopf wurde vermutlich Bier für den täglichen Gebrauch gebraut. Der Grabungsfund aus der Großen Bäckerstraße ist damit der älteste Nachweis für das Bierbrauen in Hamburg. Die Bierherstellung spielte später in Hamburg eine wesentliche Rolle: Hamburg wurde zum Brauhaus der Hanse und für die Produktion wurde u.a. die Alster angestaut.

011 - Pilgerabzeichen aus Rom, um 1300

Im Mittelalter spielten Pilgerreisen eine große Rolle. Bis ins 12. Jahrhundert gab es drei herausragende christliche Pilgerstätten: das Heilige Land mit dem Grab Christi, Rom mit den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus und Santiago de Compostela mit den Gebeinen des Apostels Jacobus des Älteren.

015 - Christus am Kreuz, um 1420

Die Skulptur aus dem St.-Hiobs-Hospital wird oft als Meister-Bertram-Kreuz bezeichnet, ist aber nach der Baumringdatierung erst um 1420 entstanden, also nach Meister Bertrams Tod (1414/15). Stilistisch steht sie jedoch in der Nachfolge dieses Hamburger Künstlers.

019 – Alfred Dunkel, Wahlplakat der USPD, 1919

Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) war eine sozialistische Partei im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Von Sozialdemokraten in der zweiten Hälfte des Ersten Weltkrieges gegründet, war sie eine Abspaltung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) (die sich dann MSPD nannte). Der neue, demokratische Hamburger Senat wurde erstmals am 28. März 1919 von der Bürgerschaft gewählt, getragen von einer Koalition aus der Deutschen Demokratischen Partei und der SPD. Die SPD hielt sich als stärkste Fraktion zurück: sie stellte nicht den Ersten Bürgermeister, sondern ließ zu, dass dieser Posten im Sinne personeller Kontinuität von Senatoren übernommen wurde, die schon dem Vorkriegssenat angehört hatten. Mit der USPD wurde aufgrund eines sehr harten Wahlkampfes eine Koalition von Seiten der SPD ausgeschlossen.

023 - Medaille auf die Eheschließung von Bernhardt Moller und Elisabeth Wegedorn, 1568 bis 1573

Beide Eheleute entstammten wohlhabenden Hamburger Familien. Mit dieser Medaille zeigten sie ihren herausragenden Stand. Das Stück ist zugleich die älteste bekannte Hamburger Medaille.

027 - Südportal der Petrikirche, 1604/1605

Das Portal der 1842 zerstörten Petrikirche, heute im Innenhof des Museums eingebaut, wurde zu den Annehmungsfeierlichkeiten für den dänischen König Christian IV. errichtet. Er betrachtete sich, durchaus nicht im Einklang mit dem Hamburger Rat, als Stadtherr.

031 - Medaille auf das kaiserliche Elbprivileg von 1628, 1636

Am 3. Juni 1628 erließ Kaiser Ferdinand II. das große Elbprivileg, das der Stadt Hamburg – den Ansprüchen des dänischen Königs zum Trotz – die volle Souveränität über die Niederelbe einräumte. Sebastian Dadler (1586–1657), einer der besten Medailleure seiner Zeit, hat das Ereignis auf dieser Medaille festgehalten: Hamburg als Handelsstadt, repräsentiert durch Merkur, den Gott des Handels zu Lande und zu Wasser, sowie den ins Rund gesetzten Stadtplan mit dem neuen Befestigungsring.

035 - Elias Galli (1650 bis 1712 oder 1714),  Hamburg von der Elbseite, 1680

Elias Gallis Gemälde vom Blick auf die Stadt von der Elbseite zeigt, was den Hamburgern im 17. Jahrhundert besonders wichtig war: Die Stadtbefestigung sicherte Freiheit und Eigen-ständigkeit, bewaffnete Konvoischiffe garantierten freien und sicheren Seehandel, Walfänger und Handelsschiffe erwirtschafteten Wohlstand.

 

039 - Ansicht des alten Hamburger Rathauses, 1700

Reges Treiben  herrscht laut dieses Kupferstichs vor dem alten Hamburger Rathaus an der Trostbrücke. Mehrfach war es erweitert und ausgebessert worden. Links ist das bereits im Mittelalter errichtete Gebäude zu sehen, rechts daneben die beiden Bauten von 1601 und 1649.

 

043 – Cembalo von Carl Conrad Fleischer (1680–ca. 1738), 1716

Das Cembalo ist ein herausragendes Werk des hamburgischen Tasteninstrumentenbaus der Barockzeit. Die Decke zeigt die zeittypische Bemalung mit Blumen auf holzsichtigem Fond. Das Instrument ist ein zentrales Objekt der Abteilung zur Musikkultur und im Rahmen musikalischer Vorführungen zu hören.

>>>mehr

 

047 – Kindersaugflasche, 1752

Bereits im 18. Jahrhundert wurden Babys mit Muttermilchersatz gefüttert. In wohlhabenden Familien betreuten Ammen die Neugeborenen. Oftmals waren sie für mehrere Babys zuständig und gaben diesen Kindersaugflaschen aus Zinn.

 

051 - Silhouette von Carl Philipp Emanuel Bach, Jacob von Döhren (1746–1800), 1776

Der Silhouettenschneider von Döhren hinterließ eine Sammlung von Scherenschnitten in über 700 Messingplatten, u.a. Silhouetten von Persönlichkeiten wie dem als städtischen Musik-direktor tätigen "Hamburger Bach" (1714–1788).

 

055 - Anonym, Wahlwerbeplakat der Deutschen Volkspartei, 1919

Die Deutsche Volkspartei (DVP) war eine nationalliberale Partei der Weimarer Republik, die 1918 die Nachfolge der Nationalliberalen Partei antrat. Neben der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) repräsentierte sie den politischen Liberalismus zwischen 1918 und 1933. In der Hamburger Bürgerschaft stellte sie von 1919 bis 1921 mit Paul Henri Adolph Wilhelm Franz de Chapeaurouge (1876 bis 1952), einem Mitglied der schweizerisch-hanseatischen Familie Chapeaurouge, den Vizepräsidenten.

059 - Offiziersrock der Englisch-Deutschen Legion, 1810

Der aus einer jüdischen Arztfamilie in Altona und Hamburg stammende Georg Hartog Gerson (1788–1844) trug diesen Offiziersrock als Truppenarzt der Englisch-Deutschen Legion in britischen Diensten gegen Napoleon bei der Schlacht von Waterloo 1815.

063 – Kaffeegesellschaft an der Alster mit Blick über Lombardsbrücke auf die Stadt (Uhrenbild - Bilderuhr), 1830

Sie gehört zu den bemerkenswertesten Objekten der Museumssammlung: die Hamburger Bilderuhr mit beweglichem Alsterpanorama. Durch die Auslösung einer komplexen Mechanik gerät das Bild in Bewegung und fängt an zu klingen. Drei Uhrwerke bewegen Uhren, Menschen beim Ballspielen oder Angeln, Fuhrwerke auf der Lombardsbrücke und Boote auf der Außenalster. Dabei bringt eine Spieluhr mehrere Melodien zum Klingen. Die Darstellung einer familiären Szene vor der Alster mit Blick auf die Stadt ist zunächst nur ein schönes Biedermeierbild. Mit Auslösung einer komplexen Mechanik gerät das Bild allerdings in Bewegung und fängt an zu klingen: Die Figuren bewegen sich zur Musik, die Mühle dreht sich, Boote fahren auf der Alster und Kutschen, Reiter, Soldaten und Fußgänger schreiten über die Lombardsbrücke.

 

067 - Ruinen um die Binnenalster, Hermann Biow (1804–1850), 1842

Hermann Biow war einer der berühmtesten Fotografen seiner Zeit. Nach dem Hamburger Brand 1842 fertigte er eine Serie  von Daguerreotypien der zerstörten Teile der Stadt an - lediglich drei dieser Aufnahmen sind erhalten. Es handelt sich somit um die frühesten Reportage-Fotografien.

071 - Gruppenbild vor dem Bauhofportal, G. Koppmann & Co., 1867-68

Der alte Bauhof am Deichtor wurde bis 1847 genutzt, dann bis 1868 abgetragen. Die Aufnahme zeigt Arbeiter, deren Vorgesetzte sowie einen Jungen am Hauptportal, wohl direkt vor dessen Demontierung. Der Bauhof am Deichtor war von 1660 bis 1847 der Bauhof der Stadt Hamburg. Der Bauhof wurde zwischen 1666 und 1675 unter Leitung Hans Hamelaus und Lorenz Dohmsens auf dem Gelände des heutigen Deichtorplatzes gebaut und zwischen 1847 und 1868 abgerissen, um Platz für den Bau des Berliner Bahnhofs zu machen. Das zweigeschossige Gebäude war komplett aus Fachwerk und um einen Werkhof herum errichtet.

075 - Jungfernstieg bei Abendbeleuchtung, Ernst Eitner, 1894

Als Ernst Eitner, in einer früheren Ausstellung des Jenisch Hauses als „Monet des Nordens“ geaddelt, dieses Bild schuf, gab es elektrische Straßenbeleuchtung erst seit kurzer Zeit - sie galt seinerzeit als Wunder der Technik. Der Maler lässt das Kunstlicht auf dem regennassen Pflaster reflektieren und erzeugt so eine besondere Abendstimmung.

>>>mehr

079 - Prägewerkzeug für 1 Rupie, 1905, Emil Weigand (Entwurf Vorderseite), Otto Schulz (Rückseite)

Hamburg lieferte al seiner der zentralen kolonialen Umschlagplätze auch die Münzen für Deutsch-Ostafrika, die größte deutsche Kolonie. Da im Küstengebiet der kolonisierten Gebiete vor allem indische Rupien als Zahlungsmittel verwendet wurden, lehnte man sich bei der Ausprägung der Kolonialmünzen an diese an.

 

083 - Plakat der Hamburg Süd, 1914

Die Hamburg Süd war um 1900 die führende Reederei auf der Südamerika-Fahrt. Der 1896 in Dienst gestellte Postdampfer SAO PAOLO, mit dem dieses Plakat für Reisen nach Süd-Brasilien warb, gehörte zu elf in Hamburg gebauten Kombischiffen dieser Klasse. Es konnte knapp 6500 Tonnen und gut 460 Passagiere transportieren.

087 - Große Freiheit in St. Pauli, Elsa Haensgen-Dingkuhn (1898–1991), um 1930

Die Straße Große Freiheit gehörte ursprünglich zu Altona. Hier siedelten sich seit dem 17. Jahrhundert Menschen an, die im Gegensatz zu Hamburg Gewerbe- und Glaubensfreiheit genossen. Nach und nach wandelte sich die Straße und wurde Teil des Vergnügungsviertels auf St. Pauli. Das Gemälde gibt eine eher zahme Darstellung des damaligen Geschehens wieder.

091 - Modell der Stadtbefestigung, Modellbau-Werkstatt Edmund Köster, 1939

Der Niederländer Johan van Valckenburg erhielt den Auftrag für den Bau einer neuen Stadtbefestigung, an der von 1616 bis 1625 gearbeitet wurde. Vorlage für das Stadtmodell dazu war ein Kupferstich von Arnold Pitersen aus dem Jahr 1644. Es war ein Geschenk des Vereins für Hamburgische Geschichte an das Museum.

095 - Die Beatles im Top Ten Club in Hamburg, Germin, 1960

Das Top Ten wurde auf der Reeperbahn 1960 eröffnet. Vom 1. April bis 1. Juli 1961 traten hier allabendlich die Beatles zusammen mit Tony Sheridan auf. Die Fotos von Germin (Gerd Mingram) entstanden eher nebenbei, als er einen anderen Auftrag auszuführen hatte.

099 – Auswanderer, Hans Leip (1893–1983), 1981

Hamburg war stets eine Einwanderer- und verstärkt seit dem 19. Jahrhundert auch Auswanderstadt. Der Maler Hans Leip zeigt eine mit Gepäck beladene Familie vor dem Michel und einem Teil des Hafens, die sich auf den Weg in ein Auswanderschiff begibt.

004 - David Kindt, Rudolph Amsinck (1577-1636), 1604

Rudolf Amsinck (1577-1636) war des erste von neun Kindern des aus den Niederlanden nach Hamburg geflüchteten Kaufmanns Willem Amsinck (1542-1618). 1619 wurde er Ratsherr, Senator und Mitbegründer der Hamburger Bank. Amsinck war mehrfach hamburgischer Gesandter zu den Niederlanden, Dänemark und zu den Hansetagen. Er besaß mehrere Grundstücke in Curslack/Vierlande, Billwerder und auf der Insel Nordstrand. Rudolf Amsinck gehörte zu den vermögendsten Hamburgern seiner Zeit.

008 - Der Bierbrauerbursche, Christoffer Sehr, 1805

Hamburg war einst das Brauhaus der Hanse. In Zeiten als es noch keinen Tee und keinen Kaffee gab, galt Bier als eines der Grundnahrungsmittel. Mit weit geringerem Alkoholgehalt als heute, war es das „flüssige Brot“ des Alltags. Die Schauenburger Grafen, die Stadtherren Hamburgs ließen 1195 und ein weiteres Mal 1235 die Alster aufstauen, um Kornmühlen zu betreiben. Es entstand der noch immer das Stadtbild beherrschende Stausee der Alster. Das Bild zeigt einen Bierbrauerburschen in traditioneller Kluft.

012 – Johann Moritz Riesenberger, Deckengemälde aus dem Haus Katharinenstraße 9, 1716 bis 1720

Der Hamburger Bürgermeister Johann Anderson d. Ä. für den Festsaal seines Hauses in der Katharinenstraße 9 ein Deckenbild in Auftrag, das die Verherrlichung von Kunst und Wissenschaft zum Thema hat und besonders auf deren Nützlichkeit hinweist. Auf dem prachtvollen Deckengemälde von Johann Moritz Riesenberger sind die Personifikationen der Wissenschaft, der Zeichenkunst und Malerei sowie der Architektur zu sehen. Außerdem der Bienenkorb des Fleißes sowie Personifikationen der Gerechtigkeit, des Friedens und der Eintracht als wesentliche Voraussetzungen für das Gedeihen von Wissenschaft und Kunst, Reichtum und Überfluss, Ruhm und Ehre. Kunst und Wissenschaft verheißen zudem Unsterblichkeit und der Wahlspruch „Gute Arbeit gibt herrlichen Lohn“ fasst die Idee der Komposition zusammen.

Anderson war selbst wissenschaftlich tätig: In seiner 1746 erschienenen Abhandlung zur Natur und Landeskunde, zum Walfang und den Heringsschwärmen in Grönland und Island betont er die Relevanz von Wissen für das Wohlergehen anderer sowie die Vorteile für den handelnden Kaufmann durch die fachliche Kenntnis der Gegebenheiten eines Handelsgebietes und seiner Güter. Anderson selbst war dabei nie in Grönland gewesen, sondern stellte seine Nachrichten aus Informationen aus der Literatur, aus Naturalienkabinetten, Korrespondenzen und Mitteilungen von See- und Kaufleuten zusammen.

016 - Stehende Muttergottes, um 1430 bis 1440

Die 1984 bei Ausgrabungen auf dem Domplatz gefundene Figur aus einer westfälischen Werkstatt stammt vermutlich von einem der beiden Marienaltäre im Dom, die dort in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts gestiftet wurden.

020 - Grabstein des Ehepaars van dem Holte, 1510

Der Grabstein aus dem Hamburger Dom zeigt die tiefe Gläubigkeit der Bestatteten: Der musizierende Esel symbolisiert eine „verkehrte Welt“, eine Welt der närrischen Eseleien. Die „wahre Welt“ offenbart sich in den Symbolen der vier Evangelisten in den Eckrosetten.

024 - Siegburger Schnelle der Englandfahrer, 1595

Diese Schnelle, ein Bierkrug, zeigt die Bedeutung der 1378 gegründeten Gesellschaft der Englandfahrer. Die Hamburger Fernhändler waren in verschiedenen Fahrergesellschaften organisiert, die durchaus auch Einfluss auf Ratsentscheidungen nahmen und eine eigene Handelspolitik betrieben.

028 - Deckenfragmente aus dem Haus Steckelhörn 18, 17. Jahrhundert

Die Deckenfragmente sind noch der Renaissance verpflichtet und stammen aus dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts. Sie zeigen die charakteristische Struktur bemalter Holzdecken dieser Zeit in Hamburg: Rankenwerk in den Unterzügen, dazu figürliche Motive, hier die fünf Sinne in allegorischer Form.

032 - Hochzeitsvertrag (Ketubba) Teixeira, 1648

Isaac Senior, genannt Manuel Teixeira, stammte aus einer wohlhabenden Antwerpener sephardisch-jüdischen Familie. Der Vertrag zu seiner Hochzeit mit Rachel Ribca de Mattos beschreibt auf Aramäisch die Heiratszeremonie und nennt die Mitgifthöhe - auf Hebräisch werden auch die Rechte der Ehepartner erläutert.

036 - Grundriss und Stadtansicht Hamburgs, 1682

Wie ein Kranz umschließen die 1625 fertiggestellten Wallanlagen Stadt und Binnenalster. Der Blick über die Elbe zeigt die markante Stadtsilhouette mit den hohen Kirchtürmen des Doms sowie den fünf Pfarrkirchen (von links) St. Michaelis, St. Nikolai, St. Katharinen, St. Petri und St. Jacobi. 

040 - Wirtshausschild "Schulter-Blatt", 1700

Dieses Schild, das aus dem Schulterblatt eines Wals gefertigt wurde, hing am Eingang einer 1686 gegründeten Kneipe in Altona. "Schulterblatt" hieß bald auch die Straße im heutigen Schanzenviertel. Bemalt mit Bierkrug, Flasche, Trinkglas und Tonpfeifen, lockte das Schild sicherlich nicht nur durstige Matrosen an.

>>>mehr

044 - Wilhelm Weimar, Hauptbahnhof im Bau, 1906

Der Hamburger Hauptbahnhof ist einer der wichtigsten Eisenbahnknoten Deutschlands. Mit mehr als 550.000 Reisenden pro Tag (darunter 270.000 der S-Bahn) ist er der meistfrequentierte Fernbahnhof der Deutschen Bahn. Der Fotograf Wilhelm Weimar hielt die Bauarbeiten des 6. Dezember 1906 in Betrieb genommenen Bahnhofs fest.

 

048 - Blücher bei der Parade des Hamburger Militärs auf dem Heiligengeistfeld am 16. September 1816, Gemälde von Christian Freundt, 1816

Das Gemälde von Christian Freundt zeigt den Kriegshelden Blücher bei der Parade des Hamburger Militärs auf dem Heiligengeistfeld. Die Erinnerung an die Schlacht von Waterloo und Einsatz Blüchers spielte im noc bis vor Kurzem von den Franzosen besetzten Hamburg ein große Rolle. Auf Einladung von Freunden kam Blücher vom 12. bis zum 22. September 1816 in die Hansestadt. Eine Abordnung des Bürgermilitärs ritt ihm bis Schiffbek entgegen und zahlreiche Menschen jubelten ihm beim Einzug in die illuminierten Straßen zu. Am 16. September nahm er auf dem Heiligengeistfeld eine Parade des Bürgermilitärs ab und besuchte am 21. September die erste Hamburger Turnanstalt. Anlässlich seines Aufenthalts in Hamburg erhielt Blücher vom Senat – als zweiter nach General von Tettenborn – das Ehrenbürgerrecht verliehen.

052 - Georg Koppmann, Empfang Kaiser Wilhelm II. am Dammtorbahnhof zur Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals, 1895

Der Bau des Nord-Ostsee-Kanals war ein Meilenstein für den Wasserverkehr - aber auch die Eröffnung 1895 war ein Ereignis der Superlative. Kaiser Wilhelm II. wünschte sich eine gebührende Feier für das Prestige-Projekt des Deutschen Reiches. Auf Staatskosten fand ein dreitägiges millionenschweres Fest statt, das am 19. Juni 1895 in Hamburg begann. Georg Koppmann hat die Ankunft des Kaisers, nach dem der Kanal damals noch benannt wurde, am Dammtorbahnhof fotografisch festgehalten.

056 - Nabelklemme in der Gestalt eines Storches, 1802

Beim Öffnen enthüllt die Klemme ihr Geheimnis. Im Bauch des Storches liegt ein gewickeltes Baby. Nabelklemmen erhielten wohlhabende Frauen zur Geburt ihres ersten Kindes.

>>>mehr

060 - Tabatiere, Gabriel-Raoul Morel (1764–1832), 1811bis 1812

Die Tabaksdose erhielt der Ältermann der Hamburger Schützengilde, Johann Peter Tümmler, von Napoleon Franz Joseph Karl Bonaparte (1811–1832). Der König von Rom, damals noch ein Säugling, war der einzige legitime männliche Nachkomme Napoléon Bonapartes.

 

064 - Paar Ohrringe, Werkstatt Schramme, Hamburg, um 1830

Die Ohrringe sind mit weit über 100 kleinen geschliffenen Granaten besetzt. Kräftig farbige Steine in Rot und Violett waren, wie auch die Form des Anhängers, im 19. Jahrhundert sehr beliebt. Sie begegnen auf vielen Damenporträts der Zeit.

 

068 - Tasse mit Ansicht der Lombardsbrücke, um 1850

Tassen mit Hamburg-Motiven waren im 19. Jahrhundert  sehr beliebt. Ein populäres Motiv war die Mühle an der Lombardsbrücke. Hier ist die erste steinerne Brücke von der Binnenalster aus zu sehen, errichtet 1865 beim Bau der Verbindungsbahn von Hamburg nach Altona nach Entwürfen von Johann Hermann Maack.

 

072 - Banner der Bruderschaft der Kupferschmiede zu Hamburg, 1883

Das Banner mit Schaft und Aufsatz "8 Stunden" wurde vermutlich bei Arbeitskämpfen und Demonstrationen getragen. Der 8-Stunden-Arbeitstag war eine alte Forderung der Arbeiterbewegung und wurde in Deutschland gesetzlich 1918 festgeschrieben, nach 1923 teils aber wieder aufgehoben.

 

076 - Porträt von Marie Lühmann, Julie de Boor (1848–1932), 1899

Die aus österreichischem Adel stammende Marie Remich von Weßenfels (1865–1935) war seit 1888 mit dem Gutsbesitzer Johannes Lühmann vermählt. Sie sitzt hier auf einer Bank vor Palmengewächsen - das Symbol einer kostspieligen Gartenausstattung dieser Zeit.