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Museum für Hamburgische Geschichte | 23.01.2020 Beginn: 19:00 bis 20:00 Uhr

Abendführung: Tattoo-Legenden. Christian Warlich auf St. Pauli

Die Praxis der Tätowierung erlebte in der westlichen Welt bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine regelrechte Blüte. Ein Protagonist dieser Zeit ist der Hamburger Tätowierer Christian Warlich (1891–1964), der als einer der bedeutendsten Tätowierer des 20. Jahrhunderts gilt und als „König der Tätowierer“ international bekannt wurde. Im Bestand des Museums für Hamburgische Geschichte befindet sich das weltweit größte Warlich-Konvolut, das die Grundlage der Ausstellung bildet. Im Mittelpunkt stehen Warlichs handgemalte Vorlagezeichnungen in Alben und auf Einzelblättern. Sein Vorlagealbum ist die bekannteste und weltweit am stärksten rezipierte Motivsammlung für Tätowierungen. Ein Nachbau von Warlichs Tattoo-Atelier wird einen Einblick in sein damaliges Arbeitsumfeld geben und Werbe-Postkarten sowie eine Fotostrecke des Bildberichterstatters Erich Andres sollen deutlich machen, dass Warlich nicht nur die Kunst, sondern auch die Vermarktung des Tätowiergewerbes auf eine neue, professionellere Ebene gehoben hat.

Erstmals werden in der Ausstellung auch Objekte zur Tätowiergeschichte Deutschlands aus dem 19. Jahrhundert zu sehen sein. Dabei handelt es sich um einen Fundus von Fotografien der Hamburger Polizeibehörde mit eindrucksvollen Portraits tätowierter Strafgefangener, die der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich gemacht wurden. Auch historische Vorlageblätter des Hamburger Tätowierers Karl Rodemich, der schon in den 1870er Jahren in Hamburg tätig war, können erstmals präsentiert werden.

Zudem sollen Objekte zu Karl Finke, Willy Spiegel, Martin Ahlers, Herbert Hoffmann und anderen Tätowierern des 20. Jahrhunderts einen Einblick in die damalige Szene in Hamburg bieten und den Kontext von Warlichs Arbeit deutlich machen.


Bild: Christian Warlich an der Theke seiner Gaststätte , ca. 1960,Foto: SHMH.

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