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5 Fragen an... Jasmin Alley

Rund um die Viermastbark PEKING arbeiten spannende Persönlichkeiten, die das Schiff pflegen, restaurieren und seine Geschichten erzählen. Wer sind diese Personen und was steht für sie im Fokus ihrer Arbeit? Wir stellen 5 Fragen an die Menschen rund um das Schiff!

Was ist Ihre Aufgabe auf der PEKING?

Meine Aufgabe im Deutschen Hafenmuseum ist nicht auf der PEKING, sondern meine Arbeit besteht darin das größte und bisher einzige Objekt unserer Sammlung in eine globale und postkoloniale Erzählung des neuen Deutschen Hafenmuseums einzubinden. Das Deutsche Hafenmuseum möchte keine eurozentrischen und hegemonialen Weltanschauungen vermitteln. Meine Aufgabe ist es daher, die PEKING und den mit ihr verbundenen Salpeterhandel genauer unter die Lupe zu nehmen, chilenische Perspektiven aufzuspüren und diese für Besucher*innen zugänglich zu machen.

Wen möchten Sie mit der PEKING begeistern?

Natürlich so viele Menschen wie möglich, aber vor allem möchte ich Menschen für die Geschichten begeistern, die nicht sofort sichtbar werden, wenn sie die PEKING betreten. Es sind die Geschichten, die vor allem mit ihrer Funktion als Transportschiff für Salpeter zu tun haben.

 

Was fasziniert Sie an der PEKING?

Mich fasziniert die Recherche, die Suche nach Geschichten, die die PEKING uns noch nicht offenbart hat. Ich freue mich darauf Menschen zu begegnen, die diese für uns unbekannte Geschichte(n) erzählen möchten. Es sind vor allem die Erzählungen aus Chile, aus Iquique, über die Atacamawüste, die Quelle des Salpeters, den die PEKING transportierte.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz im Hafenmuseum?

Auf dem Dach des Hafenmuseums Hamburg. Eigentlich habe ich Höhenangst, aber als ich die Chance bekam auf den Schuppen zu klettern, habe ich es gemacht. Belohnt wurde ich mit einem großartigen Blick auf den Hansahafen, auf den Veddeler Damm und auf die Elphi. Ich glaube, wenn wir alle in diesem Projekt über uns hinauswachsen, dann werden wir es schaffen mit dem neuen Museum zu vermitteln, was Hafen mit jedem einzelnen von uns zu tun hat – und welche Rolle wir in einer global vernetzten Welt einnehmen.

Was wünschen Sie sich für die nächsten Jahre auf der PEKING?

Ich wünsche mir, dass wir es schaffen die PEKING als besonderes Traditionsschiff in der öffentlichen Wahrnehmung zu etablieren. Als ein Schiff, dass durch seine traditionelle Schiffsbauweise, die Augen für traditionelles maritimes Handwerk in der ganzen Welt öffnet. Wir könnten eine Art „Residency“ für maritimes Handwerk einrichten, um so den Austausch mit außereuropäischen Schiffbautraditionen anzustoßen.

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Jasmin AlleyWissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Hafenmuseums

Jasmin Alley ist Kuratorin, Konzepterin und Texterin. Sie studierte Anthropologie und Ethnologie an der Universität Mainz sowie Museologie an der Reinwardt Academie in Amsterdam. Ihre Masterarbeit ist eine Analyse zur Repräsentation des deutschen Kolonialismus in ausgewählten Geschichtsmuseen. Ihre Schwerpunkte sind Postcolonial Studies, Globalisierung und museales Sammeln. Sie arbeitete im Stadtmuseum Düsseldorf, mehrere Jahre in einer Ausstellungsagentur in Köln und kuratierte von 2016 bis 2019 die Ausstellung „Vergessen – Warum wir nicht alles erinnern“ im Historischen Museum Frankfurt.

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Foto: Arne Bosselmann

Die Viermastbark PEKINGEin Schiff und seine Geschichte

Die bewegte Geschichte der PEKING kann ausführlich in der neuen Ausgabe von  „Hamburg History Live“, dem Magazin der Stiftung Historische Museen Hamburg, nachgelesen werden. Das Magazin ist im Zeitschriftenhandel und in den Museumsläden der Stiftung erhältlich oder kann über www.hamburg-history-live.de bestellt werden.

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